Presseschau
Hat sich Abu Dhabi an Dubai gerächt?

Die internationale Wirtschaftspresse sorgt sich um das einstige Boom-Emirat Dubai. Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini analysiert in Forbes die Perspektiven des US-Einzelhandels. Bloomberg zeigt, wie sich Asien vor der Geldpolitik der US-Notenbank fürchtet. Cash meldet bei der geplanten Fusion von Sunrise und Orange Zweifel an. Fundstück: Kommafehler mit Folgen.
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Die Furcht vor einer Zahlungsunfähigkeit des einstmaligen Boom-Emirats Dubai beschäftigt die internationale Wirtschaftspresse. Im Zentrum steht die an die eigenen Investoren gerichtete Bitte des staatlich kontrollierten Konglomerats Dubai World und des Immobilienentwickler Nakheel um einen Zahlungsaufschub für die Schulden. Die Financial Times wundert sich über die Hiobsbotschaften aus dem Emirat. Denn noch vor Wochen seien die Banker der Region optimistisch gewesen, dass Dubai die in diesem Jahr fälligen Schulden auch begleichen könne. Auch die Regierung habe positive Signale gesendet. "Wie immer besteht aber das Problem in Dubai, dass keiner alle Fakten kannte und dass vielleicht einige in der Finanz-Gemeinschaft vollkommen falsche Annahmen hatten", moniert das Blatt. Die Art und Weise, wie Dubai mit seinem Finanzsektor umgegangen sei, werde sicherlich das Image beschädigen. "Banker und Investoren sind sauer, weil sie in die Irre geführt worden sind." Besonders folgenreich sei die Annahme gewesen, dass Abu Dhabi immer an der Seite von Dubai und den Flaggschiff-Unternehmen stehen werde - inzwischen sei Abu Dhabi aber nicht mehr bereit, bedingungslos den Nachbarn zu helfen. "War das möglicherweise die Rache von Abu Dhabi für die ganzen Fehler von Dubai während der Boom-Jahre", spekuliert das Blatt.

Das Wall Street Journal analysiert die Krise des Immobilienmarktes in Dubai. Viele Entwickler schuldeten internationalen Bauunternehmen kolossale Summen. Allein britische Baufirmen hätten Forderungen in Höhe von mindestens 200 Millionen Pfund. Analysten gingen davon aus, dass der Markt wegen des riesigen Überangebots aus den Boom-Jahren noch Jahre benötigen werde, um das Level von 2008 zu erreichen. Obwohl in diesem Jahr Hunderte Projekte storniert oder verschoben worden seien, rechneten Branchenexperten mit einer Verdopplung des Angebots von Büroflächen bis 2011.

Les Echos aus Frankreich berichtet, dass das Kredit-Engagement europäischer Banken in Dubai von der Credit Suisse auf rund 13 Milliarden Euro geschätzt werde - eine vergleichsweise geringe Summe, da nur rund ein bis zwei Prozent der Kredite in den Mittleren Osten und davon wiederum nur ein Teil nach Dubai geflossen sei. Unter den Banken, denen Verluste drohten, seien HSBC, RBS, Barclays, BNP Paribas, Calyon (Crédit Agricole), die Deutsche Bank sowie UBS.

Die Financial Times zitiert aus einer Liste der Emirates Bank Association, auf der die ausländischen Banken mit dem größten Engagement in den Vereinigten Arabischen Emiraten genannt werden: An der Spitze liegt HSBC (17 Milliarden Dollar), gefolgt von Standard Chartered (7,8 Milliarden Dollar) und Barclays (3,6).

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  • @ aruba
    Danke für die blumen. ihre beiträge sind auch nicht so ohne. Allerdings muß ich anfügen, daß ich oft nicht über das insiderwissen verfüge, auf welches Sie sich oft beziehen.

  • Rhoubini ist auf der richtigen Spur.


    groß-und Einzelhandel geht Schwierigkeiten entgegen.
    Der

    Nach meinen bisherigen Analysen werden zunehmend einige
    Retailer in den USA in Cash Flow-Schwierigkeiten kommen.

    Wer zuviel mit Fremdgeld macht, zahlt heute effektiv und
    real erhebliche Zinsen, die er nur über den Preis weitergeben könnte.

    Der Sektor ist spannden und Anleger in diesem Sektor
    sollten hellwach sein, wohin sie ihr Geld gestzt haben.

  • Guten Tag,.......ich kann backermeister bullerjahn ( dessen beitraege immer lesenswert sind )nur zustimmen. besten Dank

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