Presseschau
MAN + Scania = ein teurer Spaß für Piëch

Die Wirtschaftspresse begrüßt das Angebot von VW für MAN, verweist aber auf die hohen Kosten. Außerdem: Das Wall Street Journal kritisiert deutsche Politiker zurecht und Vedomosti beklagt Doppelstandards in Russland.
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KölnDie Financial Times Deutschlands spricht Ferdinand Piëch, Chefaufseher bei VW und MAN, ein dreifaches Lob aus und bezeichnet das Angebot an den Nutzfahrzeughersteller als „ausgebuffte Aktion“. Weil der Anteil der Wolfsburger an MAN bereits 30 Prozent überschreite, bekämen alle MAN-Aktionäre ein Pflichtangebot. Den Preis von 95 Euro pro Aktie statt der aktuell an der Börse gehandelten 99,50 Euro bezeichnet die Zeitung als klug, schließlich „landet VW mit dieser Aktion einen Coup“, der Piëch nicht unähnlich sei. Vor allem drei Punkte möchte die FTD hervorheben: Erstens rücke der Zusammenschluss der Autobauer von MAN und Scania näher, ohne dass das leidige Thema Ferrostaal abgearbeitet werden müsse. Zweitens begrenze VW mit seinem Angebot die Kosten der Übernahme, und drittens hätte der Konzern den Segen der Wettbewerbshüter, falls diese der Allianz zustimmen müssten. „Wolfsburg kann also engere Bande knüpfen zwischen den beteiligten Firmen – ohne jedes Mal Angst haben zu müssen, die Kartellbehörden könnten dazwischenfunken“, analysiert das Blatt.

Die Börsen-Zeitung rätselt ihrerseits, warum der VW-Chef Martin Winterkorn seine neue „LKW-Strategie“ nicht bereits auf der diesjährigen Hauptversammlung verkündet habe. Seitdem seien die Aktienkurse jedenfalls nicht gefallen, eher andersherum. In Wolfsburg gelte es nun, die neue Vokabel „Integrierter Nutzfahrzeug-Konzern“ zu lernen. Allerdings werde die neue Allianz, die nach Mercedes und Volvo auf Platz drei rangieren würde, nicht so schnell zustande kommen. In einem ersten Schritt wolle sich VW zunächst an eine 40-prozentige Beteiligung an MAN heranpirschen, ohne dabei eine Prämie an die Aktionäre zu zeigen. Die alten Aktionäre sollten gefälligst an Bord bleiben. „So ist diese Lkw-Allianz von der Einsichtsfähigkeit der handelnden Personen abhängig. In dieser Hinsicht kam VW bislang aber nur im Kriechgang vom Fleck“, kommentiert die Börsen-Zeitung. 

Die geplante Nutzfahrzeugallianz zwischen VW, Scania und dem Münchener Lkw- und Bushersteller MAN könne ein teurer Spaß werden, mahnt die Wirtschaftswoche. Die Zeit sei knapp, schließlich boomten die Nutzfahrzeughersteller und beflügelten die Aktienkurse der Konzerne. Eine komplette Übernahme würde Volkswagen etwa zehn Milliarden Dollar kosten. Allerdings reichten bereits 30 bis 40 Prozent aus, um die Kontrolle über MAN zu erlangen. Hinter den Kulissen arbeiteten die Konzerne bereits an einem gemeinsamen Einkauf, an dem neuen VW-Crafter und an einem neuen 7,5 Tonner für Kurz- und Mittelstrecken. Für die Feinheiten der Fusion bleibe sowieso noch genügend Zeit.

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