Presseschau vom 1.10.2007
Washingtons teuerster Funktionär

Die internationale Wirtschaftspresse applaudiert zur Wahl von Dominique Strauss-Kahn zum neuen Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Economist zweifelt am Hype um Biokraftstoffe. Business Week bewundert den Aufstieg von Suzuki. Das Wall Street Journal hat keine Angst vor weiter steigenden Ölpreisen. Fundstück: Die Süddeutsche Zeitung reist nach Absurdistan.

Der » Economist begrüßt die Wahl des früheren französischen Finanzministers Dominique Strauss-Kahn zum neuen Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Energie, mit der Strauss-Kahn seine Wahl vorbereitet habe – er sei 60 000 Meilen geflogen, um sich die Unterstützung von verschiedenen Staaten zu sichern –, zeige, dass er den Job unbedingt haben und eine Zeitlang behalten wolle. „Das ist schon allein ein Fortschritt. Jahrelang hat es der weltweit wichtigsten Finanzinstitution an einer effektiven Führung gefehlt, teilweise wegen der hohen Fluktuation an der Spitze“, schreibt das Magazin. Heute sei der IWF Attacken auf die eigene Legitimation ausgesetzt. Die heranwachsenden Wirtschaftsmächte sähen sich in dem von Europäern und US-Amerikanern dominierten Gremium unterrepräsentiert. Außerdem habe der IWF ihre Rolle als „finanzieller Feuerwehrmann der Welt“ während Finanzkrisen eingebüßt.

Die » Herald Tribune schreibt, dass viele Kritiker Strauss-Kahn schon abgeschrieben hätten, nachdem dieser im vergangenen Jahr daran gescheitert sei, sich von der eigenen Partei zum Präsidentschaftskandidaten aufstellen zu lassen. Jetzt rechnet die Zeitung damit, dass sich der Franzose an der Spitze des IWF besonders mit den „Herausforderungen durch die regionalen Rivalen“ auseinandersetzen muss. Südostasiatische Nationen hätten regionale Kooperationen geschlossen, um ihre Reserven in fremder Währung im Krisenfall zu teilen. In Lateinamerika hätten Finanzminister die Bank of the South gegründet, die mehrere der vom IWF traditionell besetzten Funktionen ersetze.

» Le Figaro beglückwünscht Strauss-Kahn zu seinem künftigen Jahresgehalt von 495.000 Dollar, mit dem der Franzose der bestbezahlte Funktionär Washingtons sei – er verdiene das Zweieinhalbfache des Chefs der US-Notenbank Fed. Außerdem erhalte der neue IWF-Chef einen Dienstwagen mit Chauffeur. Mit dem neuen Amt sei der Weg zurück in die französische Politik keineswegs verbaut, erklärt das Blatt und verweist auf die Karriere von Ex-IWF-Direktor Horst Köhler, der es auf den Thron des deutschen Bundespräsidenten geschafft habe.

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