Presseschau vom 20.8.2007
Applaus für die Fed

Für die Senkung des Diskontsatzes erntet die US-Notenbank Fed viel Lob in der internationalen Presse. Der Economist warnt aber vor einer weiteren Leitzinssenkung. Das Wall Street Journal sieht obendrein den Investmentbanken die Top-Manager davonlaufen. Die Washington Post fürchtet zudem um die Folgen eines Machtwechsels im Weißen Haus für die US-Wirtschaft. Das Fundstück: Die FAZ hat im Buch von Ex-Sat-1-Chef Roger Schawinski gelesen, wie man als Medienmanager Filmsternchen bei Laune hält.

US-Notenbank

Die Senkung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank Fed hat weltweit Erleichterung ausgelöst und bleibt auch zu Wochenbeginn das Top-Thema in der internationalen Presse.

Die » Times verteidigt Fed-Chef Ben Bernanke gegenüber der Kritik, dass die Notenbanken Investoren eigentlich für ihre "Blödheit" bestrafen (statt schützen) und daher nur zurückhaltend agieren sollten. Einserseits sei es zu spät, um Investoren vor sich selbst zu schützen - einige Verluste seien "unheilbar", mehrere Hedge-Fonds müssten zwangsläufig schließen. Andererseits erfordere eine Finanzkrise schnelles Handeln, sobald klar werde, dass sie gesamtökonomische Folgen habe. "Genau davor hatte Bernake Angst", erklären die Londoner.

Auch die » Herald Tribune begrüßt den Schritt der Fed, mit dem die Notenbank gezeigt habe, dass sie Krisenmanagement beherrsche. Gleichwohl könne die Beruhigung des Marktes nur der Anfang sein. "Die wirkliche Arbeit - die der Führer, nicht der Manager -, besteht darin, zu verstehen, warum die Wirtschaft so anfällig war für eine Instabilität des Weltmarktes." Jetzt brauchten die USA dringend einen progressiven Führer, der einen gesetzlichen und regulatorischen Rahmen schaffe, der die Exzesse auf dem Kreditmarkt reduziere und "opake Akteure" wie Private-Equity-Firmen und Hedge Fonds zu überwachen helfe.

Der » Economist warnt Bernake vor einer weiteren Leitzinssenkung, die Mitte September beschlossen werden könnte. "Es ist nicht die Aufgabe der Fed, Finanzakteure vor Risiken abzuschirmen, und Bernake weiß zweifellos, dass seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht." Sollte eine schnelle Leitzinssenkung erneut die Inflationsspirale beschleunigen, werde es schwer für die Fed rasch gegenzusteuern.

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