Presseschau vom 21.11.2007
Welt-Ära am Ende

Die internationale Wirtschaftpresse macht sich nach der Konjunkturprognose der Fed Sorgen um die US-Wirtschaft. Das Wall Street Journal zweifelt am Sanierungskurs bei General Motors. Die Times hält eine Verstaatlichung der Hypothekenbank Northern Rock für möglich. Les Echos ärgert sich über „Chindia“. Fundstück: Warum die EU Milch in die Nordsee kippt.

Die » International Herald Tribune widmet sich der gestrigen Konjunkturprognose der US-Notenbank Fed, die zwar von einem Wachstum der US-Wirtschaft in 2008 ausgehe, jedoch von einem deutlich verlangsamten: Während im Juni noch Wachstumsraten zwischen 2,5 und 2,75 Prozent prognostiziert worden seien, rechneten die Notenbanker jetzt nur noch mit einem Plus zwischen 1,8 und 2,5 Prozent. „Die neue Prognose zeigt, dass die Wachstumserwartungen viel niedriger ausfallen, und deutet auf eine viel größere Unsicherheit bei der Prognose hin als noch im Juni“, schreibt das britische Blatt.

Das » ARD-Börsenstudio meldet Zweifel an, ob das abgeschwächte Wachstum genüge, um Notenbank-Präsident Ben Bernanke zu einer weiteren Leitzins-Senkung zu veranlassen. Denn schon die Entscheidung der US-Notenbank zur Zinssenkung im Oktober (um 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent) sei knapp ausgefallen, wie die gestern veröffentlichten Protokolle gezeigt hätten. Überdies sei die Oktober-Zinssenkung eine zusätzliche Absicherung gegen eine unerwartete Eintrübung gewesen. „Eine weitere Leitzins-Senkung könnte sich also erübrigen. Auch deshalb, weil nach Ansicht der Fed die Inflationsgefahren schwinden“, schreibt der Kommentator.

Der Heise.de-Ableger » Telepolis analysiert das Risiko einer Rezession in den USA. Nach Einschätzung des Wirtschaftsreporters Leonhard Zehr sei das Land bereits mitten in einer Rezession: Der amerikanische Verbraucher, der mit seinem privaten Konsum einen Großteil der Nachfrage der US-Wirtschaft ausmache, habe dies noch vor der Wall Street gemerkt. Die plötzliche Kaufzurückhaltung der „scheinbar nimmermüden US-Konsumenten“ spiegelten die übervollen Lagerbestände zwischen New York und Los Angeles: Der Umfang der Lagerbestände des US-Großhandels habe allein im vergangenen September um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt. „Begleitet von einem heftig knarrenden, wenn nicht gar einstürzenden Finanzüberbau, geht eine weltökonomische Ära zu Ende, in der die Vereinigten Staaten als konjunkturelle Lokomotive der Weltwirtschaft fungierten“, schreibt das Internetmagazin.

Die » New York Times beschreibt, wie US-Firmen die Schwäche des Binnenmarktes kompensieren. Angetrieben vom schwachen Dollar, der die Waren US-amerikanischer Firmen auf dem Weltmarkt billiger mache, setzten die Unternehmen zunehmend aufs Auslandsgeschäft. Auf diesem Weg solle die Gefahr einer Rezession umschifft werden. In der ersten Jahreshälfte hätten die im eigenen Land erwirtschafteten Umsätze von US-Unternehmen kaum zugelegt. Im Ausland hätten die Firmen jedoch 22 Prozent mehr verdient. So habe beispielsweise Caterpillar im Sommer in Nord-Amerika ein Umsatzminus von elf Prozent verbuchen müssen, in Afrika, Asien, Europa und im Mittleren Osten jedoch um ein Drittel zugelegt.

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