Presseschau vom 21.12.2007
Finanzspritze aus Fernost

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Drei-Milliarden-Dollar-Finanzspritze aus China für Morgan Stanley. Laut Fortune ist der Fed-Lack ab. Le Figaro kritisiert die Produktionsverlagerungen von EU-Unternehmen in die Dollar-Zone. Der Business Report sieht einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs in Südafrika. Fundstück: Luftnummer mit Lichterketten.

Nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley tief in die roten Zahlen gerutscht ist und sich vom chinesischen Staatsfonds China Investment Corporation mit einer Drei-Milliarden-Dollar-Finanzspritze helfen lässt, schreibt der » Guardian, dass der Deal vor der Kreditkrise undenkbar gewesen wäre. Erst vor zwei Jahren habe eine chinesische Ölfirma die vergleichsweise kleine US-Gruppe Unocal übernehmen wollen, worauf der US-Kongress nach heftigen Protesten von Politikern ein Veto eingelegt habe. Inzwischen habe sich die Situation geändert. „US-Banken brauchen Kapital, und die einzigen Leute, die in Geld schwimmmen, sind Ausländer“, so die britische Zeitung – nach Schätzungen seien Staatsfonds weltweit in der Lage, zwei Trillionen Dollar zu investieren. Doch obwohl die chinesischen Milliarden derzeit in den USA willkommen seien, so der Guardian, seien „Protektionismus und die Furcht vor Jobverlagerungen ins Ausland nie weit von der Oberfläche der US-Politik entfernt.“

Noch nie war der Macht-Transfer vom Westen in den Osten so klar zu erkennen wie heute, kommentiert » The Australian. Der größere Einfluss von Staatsfonds sei erst durch die Neigung der Wall Street ermöglicht worden, sich „durch Gier und lasches Risikomanagement selbst in die Luft zu jagen“. In diesem Jahr habe China 29,2 Milliarden US-Dollar im Ausland investiert, während nur 21,5 Milliarden Dollar in China investiert worden seien – erstmals hätten sich die Geld-Ströme umgekehrt.

Die » Financial Times Deutschland attestiert den Chinesen, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. „Statt nach Vollübernahmen zu streben, begnügen sie sich mit Minderheitsanteilen – und präsentierten sich in der Öffentlichkeit als normale Investoren.“ Der erst im Oktober aufgelegte und 200 Milliarden Dollar verwaltende Staatsfonds CIC habe beispielsweise 20 Mitarbeiter, von denen einige in den USA ausgebildet worden seien. „Der Investmentstratege Gao Yiquing zum Beispiel ist Jurist und studierte an der Duke University in North Carolina. Solch ein Lebenslauf dämpft die Ängste vieler Amerikaner, die hinter den Fonds chinesische Bürokraten vermuten.“

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