Presseschau vom 30.8.2007
„Single und glücklich“

Die internationale Presse interessiert sich heute für die Perspektiven von Daimler. Der Guardian warnt mit Blick auf die Nokia-Pläne für eine eigene Download-Plattform vor Widerstand und fürchtet, dass britischen Banken das gleiche Schicksal blüht wie IKB und SachsenLB. Die FAZ schreibt, dass die jüngst verstorbene „fiese Königin“ Leona Helmsley doch ein weiches Herz hatte.

Nachdem Daimler gestern seine Quartalszahlen vorgelegt hat, rätselt die » New York Times, was die Stuttgarter mit ihrem 20-Prozent-Anteil an Chrysler vorhaben. Zwar habe Daimler-Chef Dieter Zetsche Spekulationen über den Verkauf des Anteils nicht angeheizt, „aber er hat die Idee auch nicht verworfen“, argumentieren die New Yorker. Investoren hätten in den vergangenen Jahren gelernt, die Aussagen aus der Daimler-Chefetage genau zu verfolgen. So habe der Finanzchef Bodo Uebber schon 2006 den Verkauf von Chrysler angedeutet, worauf Zetsche und der damalige Chrysler-Chef Thomas LaSorda prompt ein Dementi losgeschickt hätten – um im Februar dieses Jahres den Verkauf der US-Tochter in Aussicht zu stellen.

Die Süddeutsche Zeitung sieht in der verbleibenden Chrysler-Beteiligung einen Unsicherheitsfaktor: „Man wird abwarten müssen, wie das Abenteuer Chrysler letztlich endet“, meint die SZ. Der Chrysler-Käufer Cerberus sei „nicht gerade für einen sanften Umgang mit seinen Geschäftspartnern bekannt“. Zur Ankündigung von Daimler-Chef Dieter Zetsche, dem Konzern werde in diesem Jahr ein Ergebnissprung gelingen, merkt die SZ skeptisch an, dass „das Pkw-Geschäft eher stagnieren wird und sich Lkws wegen strengerer Abgasvorschriften in Nordamerika und Japan weniger gut verkaufen lassen“.

» Businessweek begrüßt dagegen unter der Überschrift „Single – und glücklich“ den Kurs von Daimler-Chef Dieter Zetsche, der profitables Wachstum und nicht schiere Größe als zentrales Ziel des Konzerns ausgegeben habe. Damit unterscheide sich Zetsche maßgeblich von seinem Vorgänger Jürgen Schrempp, der den Chrysler-Deal unterzeichnet und sich auf ein Kauf-Gelage eingelassen habe, um den weltgrößten Autobauer aufzubauen. Nach dem Verkauf seiner lange leidenden Chrysler-Sparte sei Daimler „zurück auf der Straße", um wieder ein hochprofitabler Hersteller von Luxus-Autos zu werden – und dabei schon bald BMW zu überholen.

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