Presseschau von 12.2.2008
Giftige Grüße aus Peking

Kritik am G7-Treffen

Vernichtende Kritik übt » Les Echos am Ergebnis des Treffens der Finanzminister und Zentralbankchefs der G7-Staaten am Wochenende in Japan. „Diese Zusammenkunft war so wichtig, doch alles was die Teilnehmer zustande gebracht haben, ist ein Kommuniqué voller hohler Phrasen“, ereifert sich das Blatt. Mehr als Allgemeinplätze – wie die Forderungen nach mehr Transparenz bei den Banken, der Aufwertung der chinesischen Währung oder der Anhebung der Ölförderquoten – seien den Repräsentanten nicht eingefallen. Zur Frage, wie die Rezession in den USA – und mit ihre eine globale Wirtschaftskrise – verhindert werden könnten, dagegen kein Wort. „Sie wollten Einheit demonstrieren, doch was die Welt nun begriffen habe dürfte, ist, dass hinter der G7-Fassade nur eins herrscht: absolutes Durcheinander und Zwiespalt.“

Frankreich diskutiert über Managergehälter

In einer Exklusivgeschichte enthüllt » La Tribune neue Zahlen zu den Einkommen der Führungskräfte der 40 führenden Unternehmen Frankreichs (CAC 40). Nach der Untersuchung der HayGroup konnten sich 77 Prozent der betreffenden Manager 2007 über eine Einkommenssteigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr freuen (zusammengerechnet wurden dafür Gehälter, Boni, Aktienoptionen und andere Gratifikationen). Durchschnittlich habe jede CAC 40-Führungskraft 6,2 Millionen Euro erhalten. „Diese Zahlen werden die Nationalversammlungen im Frühjahr – gerade mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Erhöhung der Kaufkraft der Franzosen – gehörig unter Druck setzen“, prognostiziert die Zeitung.

Luftfahrtsektor in der Bredouille

» Cinco Días sieht den Luftfahrtsektor vor großen Herausforderungen. Zwar hätten die Fluggesellschaften weltweit das Jahr 2007 mit Gewinnen beendet. Die spanische Flugbranche sei in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und trage bereits zu sieben Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts bei. Aber die Kosten für Sprit, Sicherheit und Navigation stiegen „bedrohlich“. Das Angebot in der Branche sei „exzessiv“, und der Plan für einen gemeinsamen Luftraum der EU schreite nur langsam voran. Diese Herausforderungen sollte die Branche nun als Ansporn nehmen, um neue Erfolge zu verzeichnen.

Schlecker steigt ins Arzneimittelgeschäft ein

Die » Süddeutsche Zeitung kommentiert den geplanten Einstieg der Drogeriere-Kette Schlecker in das Arzneimittel-Geschäft. Zwar wäre in dem Fall weder die Gesundheit der Menschen in Gefahr, noch die Sicherheit der Arzneimittel bedroht – sehr wohl ergebe sich für die Apotheken die Herausforderung, stärker auf Kundenbedürfnisse einzugehen. „Die Mehrzahl der Apotheken bietet schließlich längst nicht mehr, was das anheimelnde Bild vom weisen Kräutermännlein suggeriert, das Pharmazeuten immer beschwören, wenn ihre wirtschaftliche Existenz bedroht ist. Die Initiative Schleckers macht den Wandel des Apothekers vom heilkundigen Laboranten, der Mixturen für den individuellen Bedarf herstellt, zum Verkäufer von Dutzendware nur umso deutlicher“, schreiben die Münchner. Nachholbedarf gebe es besonders bei der Zulassung und Kontrolle von Medikamenten. Wegen der wiederholten Arzneimittelskandale – weil neue Produkte zu leichtfertig auf den Markt gebracht würden –, sei eine Kennzeichnung auf der Verpackung, dass Medikamente erst wenige Monate zugelassen sind, empfehlenswert. „Ein solcher Hinweis würde mehr Menschenleben schützen als wenn man Discountern verböte, zwischen Zahnseide und Badeschaum auch Medikamente anzubieten.“

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