Presseschau von 12.3.2008
Die Rache der Arroganten

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert den Einspruch von Boeing gegen die Vergabe des milliardenschweren Auftrags der US-Luftwaffe an EADS. Das Wall Street Journal entkräftet die Angst vor einem zu starken Euro. Die französische Capital zeigt sich alarmiert von der Inflationsrate in China. Fundstück: Lucky Luke reitet für die belgische Wirtschaft.

» Forbes ist nicht überrascht vom Einspruch Boeings gegen die Vergabe des 35 Milliarden Dollar schweren Auftrags der US-Luftwaffe an Airbus. Das US-Unternehmen sei bei Lufttankern jahrzehntelang der Vertragspartner der Regierung gewesen. Jetzt werde der Fall 100 Tage lang die Angst vor Jobverlusten in den USA schüren. "Das ist insofern wichtig, als der Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur noch offen ist und der Jobverlust in der Industrie in Schlüsselbundesstaaten wie Ohio und Pennsylvania, die am 22. April ihre Vorwahlen abhalten, ein großes Thema ist", erklärt das US-Magazin. Während sowohl Barack Obama als auch Hillary Clinton ihre Besorgnis über den Deal geäußert hätten, stehe der republikanische Rivale John McCain unter Druck, weil er angeblich Lobbyarbeit für EADS betrieben habe.

Die » Süddeutsche Zeitung geht davon aus, dass die US-Regierung ein Interesse daran hat, dass EADS und Northrop Grumman den Auftrag bekommen. "Neben dem naheliegenden Grund, dass das Militär das beste Produkt zu den geringsten Kosten wünscht, kommt ein zweiter, fast noch wichtigerer hinzu: Es ist immer teuer und gefährlich, auf einen einzigen Anbieter angewiesen zu sein, auch für den Verteidigungsminister." Ein Unsicherheitsfaktor für die Europäer liege allenfalls darin, dass die Tankerflotte zu einem Wahlkampfthema geworden ist: "Je schwerer die Wirtschaftskrise in den USA zu werden droht, desto mehr setzen Obama und Clinton auf Protektionismus und Globalisierungskritik."

Aus Sicht von » Les Echos war sich das ohnehin zur Arroganz neigende Unternehmen Boeing, das immer noch mit den Auswirkungen des Korruptionsskandals 2004 zu kämpfen habe, beim Tanker-Auftrag seiner Sache zu sicher. "Der Flugzeugbauer aus Seattle hat sich von einem Außenseiter vermöbeln lassen, der allerdings viel motivierter dabei war, auf dem wichtigsten Markt der Welt einzusteigen." Für ein Unternehmen wie EADS, das ebenso global aufgestellt sei wie Boeing, werde das bevorstehende juristische Duell jedoch schwierig. Indem die Europäer protektionistische Argumente ins Feld führten, die sich schnell gegen sich selbst richten könnten, säge das Unternehmen möglicherweise am eigenen Ast.

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