Presseschau von 13.6.2008
Bitte ein Bud

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert das Übernahmeangebot des Brauers Inbev für Anheuser-Busch. Das Wall Street Journal liefert Hintergründe zur type="organisation" value="US38259P5089"> Yahoo-Google-Allianz und rechnet damit, dass es am Montag grünes Licht für den Postbank-Verkauf geben wird. Expansion befürchtet Massenentlassungen wegen des spanischen Spediteursstreiks. Fundstück: Google macht dumm.

Der belgische Beck's-Brauer Inbev will für rund 46 Milliarden Dollar den US-Rivalen Anheuser-Busch kaufen und damit zur größten Brauerei der Welt aufsteigen. » BusinessWeek glaubt, dass Anheuser-Busch das Angebot der Europäer akzeptieren werde. Die Busch-Famillie besitze nur weniger als vier Prozent der Aktien und könne daher eine Übernahme nicht blockieren. Laut Kritikern der schlechten Börsenperformance des US-Brauereikonzerns habe sich im Unternehmen eine Firmenkultur etabliert, die dringend durcheinandergewirbelt werden müsse - der Fokus liege weiterhin zu stark auf der Vorstellung eines familiengeführten Unternehmens. CEO August Busch IV müsse sich vorhalten lassen, zu wenig in Produkte für Besserverdiener investiert zu haben; hinzu komme, dass die Firma mit der Stamm-Marke Bud mehr Käufer verloren habe als durch Bud Light neue Käufer hinzugewonnen werden konnten.

Ob die Amerikaner das Angebot der Belgier akzeptieren, hängt nach Einschätzung der » Süddeutschen Zeitung besonders von Warren Buffett ab. Der Berkshire-Hathaway-Chef trinke zwar lieber Cola als Bier, halte aber knapp fünf Prozent der AB-Aktien. "Der einflussreiche Investor könnte weitere Großanleger um sich scharen, um der Inbev-Übernahme zuzustimen. Allerdings gilt Buffet als Patriot. Ob ausgerechnet er die Übernahme einer amerikanischen Gallionsfigur durch Ausländer arrangiert, ist wohl mehr als ungewiss."

"Hände weg von unserem Bud", titelt der » Economist und lauscht dem öffentlichen Aufschrei in den USA gegen die Übernahme. Dieser sei mit der "protektionistischen Grundstimmung" im Land zu erkären und daher nicht überraschend. "Tatsächlich könnte das beeindruckende Vertriebsnetzwerk von Inbev außerhalb der USA dazu führen, dass die Zahl der Ausländer, die Bud trinken, rasch zunimmt", hält das Magazin dagegen.

Die » Financial Times Deutschland ist nicht überrascht über das Angebot von Inbev an Anheuser-Busch. Zuletzt habe sich der weltweite Biermarkt im rasanten Tempo konsolidiert - vorangegangen seien die Übernahme von Scottish & Newcastle durch Heineken und Carlsberg sowie der Pakt von SABMiller mit Molson Coors auf dem schwierigen US-Markt. "Unter Zugzwang geraten, haben sich nun die beiden verbliebenen Konzerne in der Riege der Brauriesen angenähert". Inbev setze zwar weltweit das meiste Bier ab, drohe jedoch selbst zum Übernahmekandidaten zu werden, weshalb das belgisch-brasilianische Unternehmen ein vergleichsweise hohes Gebot für Anheuser-Busch abgegeben habe. "Wenn es zu der Liaison kommt, entstünde der erste Braukonzern, der sich tatsächlich weltweit als Riesen bezeichnen dürfte."

Die » Frankfurter Rundschau prognostiziert weitere Zusammenschlüsse auf dem Brauereimarkt. Vor allem Mittelständler, aber auch Größere mit hoher Ertragskraft wie Krombacher, müssten sich warm anziehen, um nicht zu den Übernahmekandidaten zu gehören. "Das hat mit spezifischen Gärprozessen in der Branche zu tun. Der Markt für traditionellen Bölkstoff wie dem guten alten Pils wird weiter schrumpfen. Wer Marktanteile gewinnen will, kann das in diesem Verdrängungswettbewerb nur mit massiven Marketing-Aktionen erreichen. Und die können sich die ganz Großen ausländischen Konzerne in ganz anderen Dimensionen leisten als heimische Mittelständler." Der "brauende Mittelstand" müsse so schnell wie möglich die neuen Märkte besetzen, bevor belgische und andere Riesen dies täten.

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