Sentix Marktradar
Wenig Erfreuliches im Anlagerverhalten

Die Börsen kommen nicht vom Fleck. Es fehlt die Zuversicht, die meisten Anleger stehen auf der neutralen Seite. Das verhindert nachhaltige Investments. Und die Charttechnik vermittelt auch wenig Optimismus.
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FrankfurtDen Märkten bleibt das Spannungsverhältnis von Konjunktursorgen, Schuldenproblemen auf der einen Seite und den Stimulierungsversuchen der Notenbanken auf der anderen Seite erhalten. Die Wertwahrnehmung für Aktien verharrt im Keller und verhindert nachhaltige Investments in den Aktienmarkt, denn Zuversicht auf bessere Zeiten stellt eine Grundvoraussetzung für strategische Investments dar.

Am Bondmarkt sind gleichzeitig die hohen Stände in den Neutrality-Indizes Vorboten größerer Verwerfungen/Bewegungen. Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der neutral Agierenden am Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf hohe Unsicherheit und Irritation im Markt hin. Damit ist für die nächsten Wochen steigende Volatilität vorprogrammiert, da die hohe Zahl unentschlossener Anleger als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind.

Im Moment warten die Anleger lieber ab und blicken auf die Chartmuster, um möglichst frühzeitig neue Indikationen zu erhalten. Der S&P 500 verdeutlicht – als einer der besseren Märkte – beispielhaft, dass die enge Spanne zwischen 1.215 und 1.290 Punkten aufgelöst werden muss, um mehr Klarheit zu erhalten. Über der Marke von 1.290 im Index würde die etablierte Top-Formation vom Sommer ad acta zu legen sein, unter 1.215 dürfte die nächste Abwärtsattacke anstehen.

Markant bleibt die Situation in Asien, da insbesondere am chinesischen Aktienmarkt die Chartsituation als risikoreich einzustufen ist, und parallel für den Hoffnungsmarkt keinerlei Zuversicht im Anlegerkreis aufkommt. Dies belegen die sentix Stimmungsdaten für den chinesischen Aktienmarkt. Die 2.500 Punkte im CSI-300-Index müssen halten, sonst blüht für den Europäer irgendwann ein böses „Erwachen“, wenn er beim morgendlichen Aufstehen die Fernostmärkte erblickt. Zum Wochenanfang steht diese zentrale Unterstützung schwer unter Beschuss.

Somit können wir zusammenfassend wenig Positives vermelden, die Vorzeichen der letzten Wochen für die Kapitalmärkte haben sich wenig verändert und bilden unverändert einen Belastungsfaktor. Nur ein starkes Preissignal kann uns zurzeit aus dieser misslichen Lage helfen.

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