Finanzaufsicht
Bafin sorgt sich wegen Niedrigzinsen

Die rekordniedrigen Zinsen nagen an den Erträgen von Finanzunternehmen. Jetzt warnt die Finanzaufsicht Bafin davor, dass Pensionskassen bald ihre Leistungen nicht mehr aus eigener Kraft in voller Höhe erbringen können.

FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin schlägt angesichts der historischen Niedrigzinsen Alarm. Banken täten sich immer schwerer, auf lange Sicht auskömmliche Erträge zu erwirtschaften, sagte Behörden-Chef Felix Hufeld am Dienstag in Frankfurt.

Sollten die Zinsen noch lange niedrig bleiben, könnte auch eine Zinswende für die Institute zu einem Problem werden. Um dieses Risiko abzusichern, will die Bafin die von ihr direkt beaufsichtigten 1600 kleinen und mittleren Banken und Sparkassen in Deutschland künftig zu Kapitalaufschlägen zwingen.

Vergleichsweise entspannt ist die Bafin noch bei den Lebensversicherern. „Unsere Prognose, dass die Versicherer zumindest auf kurze und mittlere Sicht ausreichendes Stehvermögen haben, ist nach wie vor aktuell“, sagte Hufeld. Auf lange Sicht könne es aber sein, dass nicht alle Unternehmen dem Druck der Niedrigzinsen standhalten.

Höher schätzt die Bafin derzeit die Gefahr für Pensionskassen ein. Einzelne könnten möglicherweise bald nicht mehr aus eigener Kraft ihre vollen Leistungen erbringen. Derzeit erwägt die Bafin deshalb, die Schutzmechanismen für die Pensionsberechtigten einem Praxistest zu unterziehen.

Außerdem will die Bafin Zinsen für Verbraucherkredite genauer unter die Lupe nehmen. Mit einer Umfrage wollen die Aufseher herausfinden, ob Banken und Sparkassen systematisch Kunden benachteiligten, indem sie bei Verbraucherkrediten Zinsänderungen mit „ungerechtfertigter Verzögerung“ weitergeben, wie die Chefin der Wertpapieraufsicht bei der Bafin, Elisabeth Roegele am Dienstag in Frankfurt sagte.

Verbraucherschützer hatten in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, Geldhäuser würden Zinssenkungen bei Sparprodukten vergleichsweise schnell weiterreichen, sich bei der Anpassung der Kreditzinsen aber mehr Zeit lassen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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