Kleingedrucktes
Wer am meisten Kauderwelsch verbreitet

Egal ob Geldanlage, Versicherungen, Medizin oder Mobilfunk - Verbraucher sind oft völlig überfordert und verstehen gar nichts mehr. Sie wünschen sich verständlichere Erklärungen, ergab eine Umfrage.
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BerlinOb es die Inhaltsstoffe auf dem Joghurtbecher sind, oder die Geschäftsbedingungen einer Versicherung: Wer sich für das Kleingedruckte interessiert, stößt heutzutage schnell an seine Grenzen. Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa befand, dass vor allem ältere Menschen über 60 sich häufig überfordert fühlen. Vor allem Beipackzettel und Erläuterungen von Versicherern zu ihren Produkten sind für die Befragten ein Buch mit sieben Siegeln. Ironie des Schicksals, dass die Studie ausgerechnet von der Ergo-Versicherung in Auftrag gegeben wurde.

Insgesamt 2600 volljährige Bürger befragte Forsa Ende vergangenen Jahres dazu, was sie den Produktinfos entnehmen können. Ob Geldanlagen, Lebensmittel, Medizin, Mobilfunk, Steuern, Strom oder Versicherungen - die Meinungsforscher interessierten sich für die unterschiedlichsten Bereiche. Sie sammelten haufenweise Klagen über das heute gängige Produkt-Kauderwelsch und Wortungetüme wie "Obliegenheitsverletzung", "Beitragserhaltungsgarantie" oder "Thrombozytenaggregationshemmer".

"Jedem dritten Bürger begegnen im Alltag häufig schwer verständliche Informationen", lautet das kritische Fazit von Forsa-Geschäftsführer Joachim Koschnicke. Probleme haben vor allem Ältere: Rund 40 Prozent der Studienteilnehmer über 60 gaben in der Studie an, häufig oder sehr häufig mit "schwer verständlichen Informationen" im Alltag konfrontiert zu sein. Und das in einer Zeit, in der die Politik den Bürgern immer mehr Eigenverantwortung überträgt und Unternehmen die Kunden immer mehr selbst erledigen lassen - vom Fahrkartenkauf per Computer bis zum Onlinebanking und Einkauf im Internet.

Ganz oben auf der Liste der Unverständlichkeiten steht - wenig überraschend - die Steuererklärung: "Verlustrücktrag nach 2009" - das seien Sachen, "wo es mir den Schweiß auf die Stirn treibt", zitiert die Studie eine 49-jährige Freiberuflerin. Nur fünf bis sechs Prozent der Befragten konnten die Formulare verstehen, etwa ein Drittel hält diese für reines Experten-Chinesisch.

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„Zum Haareraufen“ - so das Urteil vieler Kunden

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  • Hier ein Beispiel dafüf, wie "transparent" RWE folgenden Satz für die die Garpreisfindung verklausuliert:
    "Lieber Kunde, Du hast den für Dich ungünstigsten Preis zu entrichten" heisst in der RWE-Sprache:
    " ** Die Abrechnung erfolgt nach der Preisstufe 1, es sei denn, der Endpreis der Preisstufe 1 unterschreitet den Endbetrag des Mindestpreises. In diesem Fall wird der Mindestpreis abgerechnet. Der Endpreis (netto) berechnet sich aus dem Verbrauchspreis (netto) multipliziert mit der Verbrauchsmenge zzgl. Grundpreis (netto).".
    Gefunden auf der RWE Internet-Präsenz.
    Telefonisch nachgfragt bei RWE: Oh, da muss ich erst mal unseren Anwalt fragen - die Geschäftsleitung weiss es auch nicht!

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