Nach Insolvenz
Infinus-Gläubigerversammlung geplatzt

1300 Anleger der insolventen Infinus-Finanzgruppe sollten einen gemeinsamen Vertreter wählen. Doch Anleger-Anwälte stoppten das Verfahren. Sie vermuten Befangenheit bei einem Kandidaten. Ein neuer Termin steht aus.
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Nach einer geplatzten Gläubigerversammlung im Zusammenhang mit dem Infinus-Finanzskandal steht zunächst kein neuer Termin fest. „Wie es weitergeht, müssen wir erst prüfen“, sagte eine Sprecherin des Dresdner Amtsgerichts am Mittwoch.

Das Gericht hatte die Gläubiger am Dienstag zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters in die Dresdner Messe geladen. Wie am Mittwoch verschiedene Medien berichteten, ließen Anwälte die Wahl jedoch platzen. Laut Sprecher des Insolvenzverwalters waren rund 1300 Menschen gekommen, die bei der Infinus-Konzernmutter Future Business KGaA (Fubus) sogenannte Orderschuldverschreibungen unterzeichnet hatten.

Die Anleger präsentieren knapp 36.500 Gläubiger mit einem Gesamtstimmrecht von rund 510 Millionen Euro. 970 von ihnen waren stimmberechtigt. Zuvor hatte das Amtsgericht angesichts der Vielzahl der Orderschuldverschreibungen die Wahl eines gemeinsamen Vertreters empfohlen – um das Verfahren zu vereinfachen.

Laut Medienberichten stoppten einige Anleger-Anwälte das Verfahren mit Befangenheitsanträgen, weil einer der Kandidaten mit dem Insolvenzverwalter bekannt sei. „Interessierte Personen versuchen, dem Insolvenzverwalter unlautere Motive zu unterstellen“, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Fast alle Firmen der Dresdner Infinus-Finanzgruppe sind insolvent, gegen die damaligen Manager wird wegen Betrugs ermittelt. Konkret soll die Infinus AG ihre Bilanzen mithilfe eines Provisionskarussells geschönt haben. Eine Woche nach der Razzia bei dem Dresdener Finanzdienstleister Anfang November 2013 hatten Insider dem Handelsblatt berichtet, Infinus habe Gewinne aus Provisionen erzielt, die das Unternehmen von der eigenen Mutter, der Future Business KgaA (Fubus), erhalten habe.

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