Prokon-Anleger im Interview
„Eine Insolvenz wäre Selbstmord“

Obwohl Verluste drohen, stehen einige Anleger unverbesserlich zu Prokon. Ein Gründer der „Freunde von Prokon“ erklärt, warum Anleger verzichten sollten und was die Chefs hinter verschlossenen Türen versprechen.
  • 39

Herr Siegel, Sie haben mit anderen Anlegern die Organisation „Freunde von Prokon“ ins Leben gerufen. Was macht das Unternehmen eigentlich so reizvoll?
Der Reiz des Unternehmens ist, dass es von Banken unabhängig ist. Es gibt bei vielen Genussrechteinhabern von Prokon eine extreme Unzufriedenheit mit dem Bankensystem. Sie haben uns geschrieben, dass sie bei den klassischen Banken Geld verloren haben und nun Alternativen suchen. Bei Prokon haben Anleger in reale Werte investiert. Reale Werte, hinter denen man auch inhaltlich stehen kann, weil sie die so dringend notwendige Energiewende voranbringen.

Prokon ringt mit der Insolvenz. Rund 75.000 Anleger müssen damit rechnen, zumindest einen Teil ihres Vermögens zu verlieren. Welche Reaktionen erhalten Sie von den Anlegern?
Die Genussrechteinhaber schreiben uns mit großer Begeisterung und setzen sich für den Erhalt von Prokon ein. Es gibt eine riesige Unterstützung, unsere Organisation umfasst bereits über 5000 Freunde, täglich werden es mehr. Sie möchten sich konstruktiv an einer Rettung des Unternehmens beteiligen. Dabei sind viele auch bereit, für eine gewisse Zeit auf die Verzinsung zu verzichten.

Erstaunlich. In den E-Mails an die Handelsblatt-Redaktion melden sich vor allem schockierte Anleger, die wissen wollen, wie sie möglichst schnell an ihr Geld kommen oder zumindest mögliche Verluste begrenzen können.
Dann unterscheiden sich vielleicht Ihre Leser von den Genussrechtinhabern, die sich bei Freunde von Prokon melden. Wir würden natürlich am liebsten alle überzeugen, dass sie sich mit einer planmäßigen Rückzahlung ohne Verluste einverstanden erklären. Beraten Sie sie richtig, dass ihr Geld bei einer gestreckten Auszahlung erhalten bleibt.

Wieviel haben Sie eigentlich bei Prokon investiert?
Ich bin seit über sechs Jahren dabei und habe inzwischen einen niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag investiert. Dazu kommen Beteiligungen aus meinem persönlichen Umfeld. Bislang habe ich jedes Jahr acht Prozent erzielt. Das ist sehr erfreulich. In mageren Zeiten habe ich nichts dagegen, wenn die Ausschüttung sinkt.

Wann hatte Ihr Verein das letzte Mal Kontakt mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Carsten Rodbertus?
Auf unserem ersten Organisationstreffen vom 28. Dezember bis 30. Dezember 2013 standen uns Herr Rodbertus und der Vertriebschef Rüdiger Gronau am 29. Dezember ausführlich Rede und Antwort. Es war eine angenehme und sehr offene Atmosphäre. Außerdem hat Herr Rodbertus der Arbeitsgruppe unserer Wirtschaftsfachleute am 11. Januar 2014 seine Sicht der Lage dargestellt und sich den kritischen Fragen gestellt.

Kommentare zu " Prokon-Anleger im Interview: „Eine Insolvenz wäre Selbstmord“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @SoldierJohnny

    Gute Nachrichten auch für Sie (Sie müssen nur daran glauben, so wie an windige Zeiten bei Prokons-Zufalls-Energie-Windrädchen)!

    "Hallo Ich habe gut 15000 euro vor drei Jahren investiert und am 29.12.13 Nachwuchs bekommen und benötige das geld dringlich , nab die ersten Tage dieses Jahres eine Kündigung meines vertrags geschrieben und noch nichts davon gehört,"

    WIe kann man in Ihrer Situation soviuel Geld das man benötigt in so eine "windiges" Investment pumpen? Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, oder war es nur die Gier nach theoretisch 8%? Wer hat Ihnen in Ihrer Situation hierzu geraten, doch nicht Sie sich selbst? Oder doch?


    "Jetzt habe ich Angst alles zu verlieren und kein Geld für mein Kind aufbringen zu können,..HELP!!!"

    Da müssen Sie erstmal einen erheblichen Aussenstand realisieren, der Ihnen zukünftig keine Rendite mehr abwerfen sollte und das Schlimmste im Sande versinkt...

    Sorry, aber gute Antworten zu Investments am Grauen Markt werden immer seltener.... Wann kapiert ihr das endlich?

  • Ich male mir gerade aus, was die Medien schreiben, wenn PROKON überlebt und die Genussrechteinhaber keinen Verlust erleiden. Beim Handelsblatt kann ich mir dann noch einen sachlichen und fairen Rückblick über die Geschichte vorstellen, bei manchen Fernsehmedien leider nicht.

  • Die echten Ablösungen sind wohl ungefähr fast doppelt so hoch!!! Veröffentlicht wurden auf deren homepage lt. dort eigenem Vorwort n u r die Rückläufe online/Rundschreiben-Formular aus aktueller Abstimmung... Stand Freitag-Morgen gab es aber schon 227Mio. Absagen+Mail/Fax/Post Fr./Sa./So./Mo. Bevor der bettelnde Droh-Brief der Geschäftsleitung vor 2Wochen kam, gab es bereits offiziell 150Mio.* ordentliche Kündigungen. Deswegen die Panik-Aktion 6%Zinsaussetzung f. 2.Hj.'13 bzw. 9Monate Stillhalteabkommen m. später ratierlicher Tilgung. Wenn davon* gemäß formatierter Umfrage 76,3Mio. zurück genommen wurden, verbleiben alter Rest 73,7Mio. angekündigte Entnahmen. Ergibt mit neu 106,3Mio. Abzugs-Wünschen gesamt bedrohliche 180Mio.=13% geplanter Finanzmittellabfluss enttäuschter Genußrechteinhaber. Man kann bei max 20 Jahren EEG nicht 25 Jahre Laufzeit kaklulieren (AfA ist noch kürzer) u. kfm. tödlich mit kurzfristigen Geldern refinanzieren, ständig teuer Ersatz einwerben. "Schneeballsystem"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%