Prokon
Anleger wählen die Genossenschaft

Die Inhaber von Genussrechten des Pleiteunternehmens Prokon wollen, dass der Konzerns als Genossenschaft weitergeführt wird. Dafür sind sie sogar bereit, auf sofortige Rückzahlungen zu verzichten.
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Dortmund/Itzehoe Der insolvente Windparkbetreiber Prokon befindet sich auf bestem Weg zur Genossenschaft: Nach Auskunft des Insolvenzverwalters Dietmar Penzlin haben rund 34.000 Genussrechtsinhaber (mit einem Genussrechtskapital von 780 Millionen Euro) ihre Bereitschaft für eine Beteiligung an Prokon – voraussichtlich in der Form einer Genossenschaft – erklärt. Die Anlegergruppe „Freunde von Prokon“ wertete den Ausgang der Umfrage als großen Erfolg.

Insgesamt hatten 51.000 Personen mit Genussrechten an dem Energiekonzern an der Umfrage teilgenommen – und damit mehr als die Hälfte dafür votiert, die Fortführung des Unternehmens als Genossenschaft finanziell zu unterstützen. Ein Drittel hätte sich mindestens bereit erklären sollen.

Die Genussrechtsinhaber sollten gegenüber Penzlin bekunden, ob sie Geld als Eigenkapital im Unternehmen lassen wollen. Die Alternative wäre, dass sie sofort so viel Bares wie möglich bekommen und einen Verkauf von Prokon an Großinvestoren befürworten. Nach Schätzungen des Insolvenzverwalters haben Anleger rund 50 Prozent ihres Einsatzes verloren. 20 bis 25 weitere Prozent ihrer Einlage würden sie nun als Genossen im Unternehmen lassen.

Vorerst handelt es sich bei der Umfrage nur um unverbindliche Willensbekundungen. Die „Freunde von Prokon“ hoffen jetzt auf ein positives Votum des Genossenschaftsverbandes. Der Verband war vom Insolvenzverwalter angefragt worden, die Voraussetzungen für eine Umwandlung der Prokon Regenerative Energien GmbH in eine Genossenschaft zu prüfen. Einen entsprechenden Insolvenzplan würde Penzlin im Frühjahr vorlegen.

Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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