Schadensersatz nach Kartellstrafen
Die Euphorie der Kanzleien ist verfrüht

PremiumUnter Juristen hat sich Goldgräberstimmung breitgemacht: Kanzleien sammeln fleißig Fälle und Mandanten, um nach Kartellverstößen vor Gericht Regress geltend zu machen. Doch die Schäden sind schwierig nachzuweisen.

BerlinBankgebühren, Lkws, Bahnschienen, Zucker, Mehl und Bier: Das Bundeskartellamt und die EU-Kommission haben in den vergangenen Jahren immer neue Kartelle und Preisabsprachen in der Wirtschaft aufgedeckt. Die Kartellanten mussten dafür teilweise Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe zahlen.

Jetzt stapeln sich an den Landgerichten die sogenannten Follow-on-Klagen: Kanzleien sammeln dafür Schadensersatzforderungen von Großkunden infolge von Kartellbußgeldern. Unter Juristen hat sich eine regelrechte Goldgräberstimmung breitgemacht.

Schaden genau aufdröseln

Dabei spiegeln die Urteile die Stimmung gar nicht wider. Denn spektakuläre Erfolge mit Schadensersatzzahlungen in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe blieben bislang aus. „Derzeit ist ein Trend zu beobachten, dass professionelle Kläger heterogene Forderungen gesammelt geltend...

 
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