Stiftung Warentest
Auf Stromrechner im Netz ist kein Verlass

Die Stiftung Warentest hat zehn Vergleichsrechner für Stromtarife getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd. Ohne Vorwissen tappen Verbraucher schnell in die Falle von Lockangeboten. Auch die Sparversprechen sind überzogen.
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DüsseldorfDas Urteil der Tester von Stiftung Warentest ist vernichtend: Kein einziges Vergleichsportal für Stromtarife ist verbraucherfreundlich. Die beste Note war ein „befriedigend“, ein Portal sei sogar „mangelhaft“. Das Problem: Wer sich nicht auskennt und die Voreinstellungen nicht ändert, lande bei verbraucherunfreundlichen Tarifen mit Vorkasse, undurchsichtiger Preisgestaltung oder langen Anschlusslaufzeiten, so die Tester. Auch das versprochene Sparpotenzial von bis zu 1.000 Euro sei unrealistisch.

Die Suche nach einem günstigeren Stromtarif ist für viele Verbraucher ein hoch aktuelles Thema. Zum Jahreswechsel waren mehr als 30 Millionen Haushalte von Preiserhöhungen betroffen. Im Durchschnitt stieg der Strompreis um knapp zwölf Prozent pro Jahr. Bei diesem enormen Anstieg begeben sich immer mehr Verbraucher auf die Suche nach einem günstigeren Tarif und nutzen dafür Vergleichsrechner.

Stiftung Warentest hat zehn Portale untersucht, ausgewählt wurden solche, die nach einer ersten Untersuchung auf originalen Datengrundlagen basieren, so Holger Brackemann, Leiter der Untersuchung. Im Internet seien noch viel mehr Portale zu finden, dabei handele es sich jedoch um Kooperationen, die auf die gleichen Daten zurückgreifen und lediglich einen anderen Namen tragen.

Negativ fiel bei Vergleichsportalen wie Verivox, Check24 oder Toptarif auf, dass Suchende Häkchen weg- oder hinzuklicken, unverständliche Erklärungen lesen und teilweise erst einmal finden müssten. Wer sich mit den Fallstricken nicht auskenne, laufe Gefahr, in die Fänge von unseriösen Anbietern zu geraten.

Die wichtigste Frage der Untersuchung lautete „sind die Portale verlässliche Partner des Verbrauchers bei der Suche nach einem günstigen, aber auch fairen Stromanbieter?“, so Brackemann. Vor dem Hintergrund der Teldafax-Pleite sei der Punkt „faires Angebot“ noch stärker gewichtet worden als in der Untersuchung 2008.

Kommentare zu " Stiftung Warentest: Auf Stromrechner im Netz ist kein Verlass"

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  • Man möge mir bitteschön mit derartigen "Tests" der Stiftung Warentest vom Hals bleiben!
    Noch immer war dort Inkompetenz pur.
    (Leserzuschrift einst: "Wann testen Sie Pfarrer?")

    Warum betreibt diese ominöse Stiftung nicht selbst ein solches Vergleichsportal ???
    "Man" befürchtet wohl, sich die Finger zu verbrennen.

    Wenn man sich bei den allseits bekannten Vergleichsportalen informieren will, dann sollte man halt schon lesen können.
    Wer geht denn in ein solches und passt die Voreinstellungen nicht an seine eigenen Bedürfnisse an ???
    Wer das nicht kann / versteht, ist dort in jedem Fall fehl am Platz.
    Und klar ist doch wohl, dass man die Bedingungen verstehen muss - nicht immer ganz einfach allerdings.

    Es ist doch ganz selbstverständlich, dass ich einer Suchmaschine bei einer derart komplexen Fragestellung ganz genau sagen muss, was ich will - also das eine Häkchen weg- und andere eben hin-klicken muss.
    Wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann ist doch nicht die Suchmaschine schuldig, sondern das eigene Oberstübchen.

    Dass Verivox schlecht "beurteilt" wurde verwundert zwar nicht, aber das ist ganz und gar berechtigt: ein ganz fabelhaftes Werkzeug, mit dessen Hilfe ich gegenüber meinem früheren Regionalanbieter mehrere Hundert Euro pro Jahr einspare.

    Wer das nicht kann, soll bei seinem örtlichen / regionalen Anbieter bleiben und muss dann eben gegebenenfalls mehr bezahlen.
    Sich bei Freunden usw. zu informieren, ist gewiss hilfreicher, als bei "Warentest" nachzulesen.

    Risiken aus Vorauszahlungen - Kündigungsfristen etc., ja was gibt's denn da zu meckern? Steht doch alles da! Man muss es eben genau lesen.

    Es sollte doch bekannt sein, dass die Anbieter ganz unterschiedliche Bedingungen anbieten - und eben gelegentlich auch versuchen, dieses oder jenes etwas zu verschleiern.

    Das ist exakt so, wie bei den Reisekatalogen:
    Wer nicht sehr genau lesen kann, läuft immer Gefahr, in einer Bruchbude zu landen.

    So ist das Leben - eben ...

  • Sie reden und argumentieren über das Stromsparen und den Strommarkt wie ein Blinder über Farben. Siehe auch oben die Antwort an kfvk.
    Bei richtiger Handhabung hat man bis zu 50% Einsparung und das seit Jahren, incl. Teldafax und rechtzeitigem Ausstieg. Nachweislich!

  • @ kfvk
    "Die Hoffnung Strom wesentlich günstiger zu bekommen, wenn man den Anbieter wechselt, ist natürlich vergebens: Schließlich kaufen die ihren Strom doch alle bei einigen wenigen Anbietern ein."
    Die kaufen Ihren Strom an der Strombörse ein und bei optimalem Geschäftsgebaren sind so bis zu 50% günstigere Einkaufspreise möglich. (Ausnahme natürlich Teldafax )!
    So sind auch 50% günstigere Konditionen für die Kunden (uns) möglich. So kann man sparen! Die 6-10% Sparen bei möglichst keiner Risikoübernahme lohnen die Arbeit nicht.

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