Streitfall des Tages
Wenn der Bonus plötzlich gestrichen wird

Banker kennen die Situation leider zu gut. Plötzlich erklärt die Bank, dass dieses Jahr der Bonus kräftig gekürzt wird, weil das Geschäft nicht so florierte. Betroffene müssen das nicht unbedingt hinnehmen.
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Der Fall

Ein Sales-/Kundenberater in der Investmentsparte der ehemaligen Dresdner Bank wurde nach Tarif bezahlt. Deswegen galt für ihn eine entsprechende Bonusregelung in der Betriebsvereinbarung. Darin hieß es, dass die Bank jedes Jahr einen Bonuspool für ihre Mitarbeiter festsetzt. War dies geschehen, so ergab sich aus dem weiteren Inhalt der Betriebsvereinbarung die Höhe des Bonus für jeden einzelnen. Im Anschluss wurde das Geld ausgezahlt. Meist waren es knapp zwei Monatsgehälter.

Doch dann kam es plötzlich anders. Obwohl die Bank für das Jahr 2008 das gleiche Bonusvolumen wie ein Jahr zuvor angekündigt hatte, gab es für den Kundenberater schließlich lediglich eine „Anerkennungsprämie“ in Höhe von 1.000 Euro. Er rieb sich verwundert die Augen. Und klagte gegen die Bank.

 

Die Gegenseite

Die Bank begründete die Bonuskürzung mit der kritischen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Vor allem wegen der Pleite der US-amerikanischen Lehman Bank und der sich daraufhin entwickelnden Bankenkrise fuhr die Bank ein negatives operatives Ergebnis von rund 6,5 Milliarden Euro ein. Als Konsequenz wurde der zuvor versprochene Bonus um 90 Prozent gekürzt. Schließlich werden Boni in der Finanzbranche größtenteils erfolgsabhängig gezahlt.

 

Die Relevanz

Bonuszahlungen machen für viele Banker einen großen Teil ihres Einkommens aus. Und deutsche Banker haben im 2. Quartal dieses Jahres gar nicht schlecht verdient, heißt es seitens des Statistischen Bundesamts. Um überdurchschnittliche 4,6 Prozent erhöhten sich die Verdienste für die Beschäftigten von Banken und Versicherungen im Vergleich zum letzen Jahr. Der größte Teil davon resultiert aus höheren Boni.

Eine Statistik für die Entwicklung der Bonuszahlungen an Angestellte im Wertpapiergeschäft an der Wall Street von 1985 bis 2010 weist ebenfalls beachtliche Summen aus. Die Mittel für die Bonuszahlungen stammen aus dem Bonus-Pool für das Wertpapiergeschäft in New York City. Im Jahr 2010 wurden an der New Yorker Börse Bonuszahlungen an Banker in Höhe von rund 20,8 Milliarden US-Dollar ausgezahlt.

In einer Umfrage in Deutschland von 2009 gaben 6,3 Prozent der Befragten Führungskräfte aus dem Sektor Banken, Versicherungen und Immobilien an, dass ihre Bonuszahlungen um über 50 Prozent gestiegen sind. Doch andere hatten das Nachsehen. So gaben gleichzeitig rund sechs Prozent der Befragten an, dass ihr Bonus um 50 Prozent gefallen sei.

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Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wenn der Bonus plötzlich gestrichen wird"

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  • was sind das denn fuer mitteilungen. bonus wird zum ende des geschaeftsjahres gezahlt. wer will denn im 2.quartal bereits eine erhoehung festgestellt haben. ausserdem sind die bonuszahlungen immer variabel, von der leistung, dem geschaeftsbereichsergebnis und dem VORGESETZTEN abhaengig. und ein vernuenftiger banker weiss das auch in dieser zusammensetzung. aber warum wurde die dresdner aufgekauft? weil sie, hier sieht man es, unwissende banker beschaeftigt hatte.

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