Streitfall des Tages
Wenn der Versicherer nach einem Einbruch mauert

Die Zahl der Einbrüche steigt. Die Schäden von Diebstahl und Vandalismus können Tausende Euro betragen. Viele Versicherer lehnen eine Regulierung aber aus fadenscheinigen Gründe ab. Wie Versicherte an ihr Geld kommen.
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Der Fall


Der Schreck war groß als Hartmut und Hannelore Wieland* vom Kaffeekränzchen zurückkamen. Schon beim Öffnen der Wohnungstür merkt das Rentner-Ehepaar, dass im eigenen Haus etwas nicht stimmt – die Teppiche sind aufgeworfen, zwei Vasen liegen zerbrochen im Windfang, der Eingangsschrank ist demoliert.

Die Polizei, die die beiden sofort verständigen, ermittelt später, dass das Sicherheitsschloss an der Gartentür im Untergeschoss des Hauses von den Einbrechern geknackt und drei bis vier Männer das gesamte Heim der Familie gründlich nach Wertgegenständen untersucht haben – bis auf die Unterwäsche der Wielands.

Die beiden unterrichten umgehend ihre Hausratversicherung über den Zwischenfall und legen eine Liste der gestohlenen Gegenstände sowie der zerstörten Hauseinrichtung vor. Dabei kommt es zum Streit mit der Hausratversicherung, die behauptet, dass alleine die Existenz eines Schlosses nicht zur Sicherung einer Immobilie ausreiche.
* Name ist der Redeaktion bekannt


Die Relevanz


Treffen kann es jeden: Auch Ex-Bundesminister Genscher wurde im März 2011 Opfer von Wohnungseinbrechern. Durchschnittlich alle vier Minuten wird in Deutschland ein Wohnungseinbruch verübt. Dieser Klassiker aus der Verbrechenswelt erlebt sogar gerade eine Renaissance.

Entgegen der allgemeinen Entwicklung, nach der Straftaten bundesweit um zwei Prozent auf rund 5,9 Millionen Delikte zurückgegangen sind, wurden nach der polizeilichen Kriminalstatistik fast sieben Prozent mehr Wohnungseinbrüche begangen – rund 123.000 Delikte dieser Art allein in 2010. Betroffen sind vor allem Großstädter und Villenbesitzer.

Den finanziellen Schaden beziffert der Gesamtverband der Versicherer, in dem rund 480 Gesellschaften vertreten sind, auf insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro im Jahr. „Das ist das Ergebnis der Hausratversicherungen – die Schäden werden in der Tendenz größer, weil sich in immer mehr Haushalten teure elektronische Geräte befinden“, erklärt der Einbruchspezialist des GdV, Christian Lübke. Dabei wird jedes einzelne Einbruchsopfer im Durchschnitt um circa 1.225 Euro geschädigt.

Und um die Erstattung dieses Schadens gibt es immer häufiger Streit. Eine genaue Kenntnis der Vertragsbedingungen ist unabdingbar – sonst riskiert der Versicherte, dass ihm am Ende nur wenig des ersetzt wird. Und auch einige Grundsatzentscheidungen, die nachfolgend zusammengestellt wurden.

Die Rechtslage

Zahlreiche Urteile zeigen, wann der Versicherer zahlen muss, und wann nicht.

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Was Immobilienbesitzer und Mieter beachten sollten

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wenn der Versicherer nach einem Einbruch mauert"

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  • Danke, dass Sie für das Thema sensibilisieren. Letztlich bleiben Sie aber recht pauschal und auch indifferent, für welche Zielgruppe Sie schreiben. Der Schaden eines durchschnittlichen Handelsblatt-Lesers dürfte deutlich höher als die von Ihnen zitierten 1.225 Euro ausfallen. Insofern ist das Thema der pauschalen Wertermittlung sicher nicht passend, da bei dieser Klientel insbesondere Wertgegenstände (z.B. Schmuck, Uhren, Kunst) individuell betrachtet werden müssen. Kunden, die jedoch tatsächlich einen 1.225 Euro-Schaden haben, dürften sich über die Erstattung sehr freuen, da es vermutlich einem Netto-Monatsgehalt entspricht und deswegen zwar nicht Existenz bedrohend, aber doch schmerzlich ist. Fazit: Verallgemeinerungen durch Presse oder Verbraucherschützer helfen nicht weiter. Individuelle Beratung durch Fachleute hingegen schon. Und mit dem richtigen Fachmann an der Seite, wird der Versicherungskunde auch im Schadenfall in angemessener Zeit zu einer zufrieden stellenden Entschädigung kommen.

  • Wir beobachten die Schadensregulierung der AXA und Allianz bei Großschäden.

    Aufgrund dieser Erfahrung habe ich meine pers. Versicherungen wie Hausrat und Unfall gekündige bzw. nicht abgeschlossen.

    Ich mag mich im Großschadensfall nicht Jahrzehnte mit den Versicherer streiten....

    Haftpflicht ist ja ganz ok.

  • Man nehme einen Einzelfall, verschweige jegleichen Hergang oder Details und stellt dann die Versicherung so dar, als wäre das eine gängige Praxis erst einmal jede Ausflucht zu suchen. Quatsch! Sicher gibt es teilweise problematische Fälle. Auch Tathergänge, welche juristisch gesehen nicht einen ED oder Raub begründen (z.B. Trickdiebstahl). Aber das heilt nicht diese journalistisch ganz schwache Vorstellung hier. Schade, man hätte es gut machen können. Die Info-Boxen sind schon mal ein Anfang.

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