S&K-Prozess
Staatsanwälte fordern neun Jahre und drei Monate

Nach knapp 18 Monaten ist es geschafft: Die Beweisaufnahme gegen die Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K ist abgeschlossen, die Staatsanwälte haben plädiert. Die Angeklagten dürften bald auf freiem Fuß sein.
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FrankfurtWas lange Zeit kaum möglich erschien, wurde am Mittwoch endlich geschafft: Die Beweisaufnahme im Prozess gegen die Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K und zwei weitere Angeklagte ist geschlossen. Das verkündete Alexander El Duwaik, der Vorsitzende Richter am Frankfurter Landgericht, nachdem alle Fragen beantwortet waren und keiner der Verteidiger mehr weitere Anträge stellen wollte. Damit war nach rund 110 Verhandlungstagen der Weg frei für das Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Anders als beim Verfassen der Anklageschrift, die mehr als 3000 Seiten umfasst, fassten sich die Staatsanwälte kurz. Innerhalb von knapp vier Stunden lieferten sie eine Zusammenfassung zu den Erkenntnissen aus der Hauptverhandlung: Welche Schäden sind für Anleger in den verschiedenen Fonds entstanden, welche Rolle spielten die einzelnen Angeklagten, wie viel Geld wurde veruntreut und welche Strafen sind dafür angemessen? Am Ende forderte die Staatsanwaltschaft für die beiden S&K Gründer eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monate.

Das S&K-Verfahren dauert inzwischen knapp 18 Monate. Ursprünglich waren die S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller sowie vier Mitarbeiter und Geschäftspartner wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und ebensolcher Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu angeklagt worden. Mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem sollen sie etwa 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben – so die ursprünglich Anklage. Inzwischen ist von einem strafrechtlich relevanten Schaden in Höhe von 96 Millionen Euro die Rede.

Dieses System komplett zu durchdringen, hätte noch Jahre dauern können. Jetzt hat man sich auf Untreuetaten beschränkt. Möglich wurde das durch Verständigungsgespräche, Deals, Geständnisse, Abtrennung des Verfahrens.

Die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger ist der letzte Höhepunkt des Verfahrens vor der Verkündung eines Urteils. „Uns allen ist es gelungen, uns auf die Situation einzustellen, gewohnte Feindbilder über Bord zu werfen und der Realität ins Auge zu schauen“, begann Oberstaatsanwalt Noah Krüger das Plädoyer und meinte damit sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Angeklagten. Mit Blick auf die Erkenntnisse aus der Hauptverhandlung wirft er den S&K-Gründern Stephan Schäfer und Jonas Köller jetzt noch schwere gemeinschaftliche Untreue und Anstiftung dazu vor und plädiert für beide auf eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten – im Rahmen des Deals war das Strafmaß vorab auf achteinhalb bis neuneinhalb Jahre begrenzt worden. Zwar sei bei einzelnen Taten mal Schäfer und mal Köller stärker verantwortlich gewesen, unter dem Strich handle es sich aber doch um gemeinschaftliches Handeln.

Der frühere S&K-Mitarbeiter Marc-Christian S. hatte sich wegen des Deals im Vorfeld schon auf eine Strafe von sechs bis sieben Jahren einstellen können. Diesen Rahmen möchte Krüger voll ausschöpfen. S. sei zwar von den S&K-Gründern zu Untreuetaten angestiftet worden, habe diese dann aber eigenverantwortlich ausgeführt. Zudem habe er sich mit einem Geständnis sehr schwer getan und nur gerade so die Bedingungen für den Deal erfüllt.

Besser sieht es dagegen für den vierten Angeklagten, einen ehemaligen Geschäftsführer des Hamburger Fondsemmissionshauses United Investors aus. Er hatte seine Taten schon im vergangenen Mai gestanden und sich seitdem weiter kooperativ gezeigt. Der Staatsanwalt plädierte deshalb auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten. Die Plädoyers der Verteidiger dauerten am späten Nachmittag noch an.

Wegen gesetzlicher Vorgaben ist die Urteilsverkündung noch in diesem Monat zu erwarten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Anklagten dann auch wegen weggefallener Fluchtgefahr aus der Untersuchungshaft entlassen. Ob sie nach Inkrafttreten des Urteils erneut in Haft müssen, bleibt zunächst offen. Vier Jahre und einen Monat haben sie nun schon in Untersuchungshaft verbüßt. Diese Dauer wird auf das Strafmaß angerechnet. Die Differenzzeit könnte auf Bewährung ausgesetzt werden.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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  • Überall in der Sozen-EU wird man als Investor verfolgt, bei geringsten Renditen, so
    auch diese unschuldigen Unternehmer, eine Schande diese Klassenkampfurteile !!

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