Verbraucherstudie
Beipackzettel für Geldanlagen sind mangelhaft

Kein einziges Informationsblatt zu Vermögensanlagen genügt den gesetzlichen Vorgaben. Häufig werden Risiken und Kosten verschwiegen. Verbraucherschützer ziehen eine ernüchternde Bilanz. Worauf Anleger achten sollten.
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BerlinEigentlich sollen Kurzinformationsblätter zu Vermögensanlagen die Käufer über Risiken ihrer Investition aufklären. Doch nach Einschätzung von Verbraucherschützern genügen die Beipackzettel allesamt nicht den gesetzlichen Anforderungen.

Ohne weitergehende Schutzvorschriften seien die die Anlagen deshalb für Privatanleger nicht geeignet, das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Stiftung Warentest und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Sie hatten die obligatorischen schriftlichen Hinweise untersucht.

Seit knapp einem Jahr müssen Anbieter von geschlossenen Fonds, Genussrechten und sonstigen Vermögensanlagen die Informationsblätter erstellen. Nicht vorgeschrieben ist das bei Genossenschaftsanteilen, Mini-Emissionen und Anteilen mit 200.000 Euro Mindestanlagesumme. Das Blatt darf höchstens drei Din-A4-Seiten umfassen und muss ohne Lektüre weiterer Dokumente allgemein verständlich sein. Damit sollen es Verbraucher leichter haben, Angebote zu vergleichen und auszuwählen.

Ein romantisches Hotel am See, ein riesiger Airbus A380, eine umweltfreundliche Solaranlage - an solchen Objekten können sich auch Privatleute beteiligen. Das Risiko ist allerdings groß, 50 bis 70 Prozent aller in den vergangenen 20 Jahren aufgelegten geschlossenen Fonds hätten nach Expertenschätzung Kapitalverluste erlitten, sagte die Finanzexpertin des vzbv, Dorothea Mohn. 90 Prozent hätten ihre Anlageziele nicht erreicht. Im schlimmsten Fall verliert ein Anleger sein Geld komplett. 3,8 Milliarden Euro wurden nach Angaben Mohns im vergangenen Jahr in geschlossene Fonds gesteckt.

Stiftung Warentest hat im März die damals vorhandenen 67 Kurzinformationen geprüft. Bei 17 verstießen die Anbieter gegen die Pflicht, sie auch auf ihrer Webseite zu veröffentlichen - holten dies auf Nachfrage allerdings teilweise nach.

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