Zahlungssystem
„Bei Sepa ist es kurz vor zwölf“

In gut sieben Monaten wird das europäische Zahlungssystem auf Sepa umgestellt. Warum Jonathan Williams von Experian, einem Anbieter weltweiter Informationsdienstleistungen, Unternehmen schon jetzt zur Eile rät.
  • 14

Mit der Einführung der Single European Payments Area (Sepa) tritt eine einheitliche Zahlungsabwicklung innerhalb der Euro-Zone in Kraft. Sie warnen vor finanziellen Strafen, die durch verspätete oder verzögerte Zahlungen entstehen. Was genau droht den Unternehmen?
Die Strafen für die Nichteinhaltung der neuen Gesetzgebung werden auf Länderebene festgelegt. Auch wenn Unternehmen nachweisen können, dass sie konkrete Pläne in der Schublade haben und nur hinter ihrem Zeitplan zurückliegen, drohen saftige Geldstrafen! Unternehmen, die die Einführung von SEPA verzögern, weil sie damit rechnen, dass es zwangsläufig scheitern wird, müssen ebenfalls bei Nichteinhaltung der Frist mit erheblichen Strafen rechnen.

Welche anderen Geschäftsrisiken drohen durch verspätete Zahlungen?
Die Auswirkungen von verspäteten Zahlungen auf die betrieblichen Prozesse sind noch beunruhigender. Denn ein nicht reibungslos funktionierender Zahlungsverkehr beeinträchtigt alle Geschäftsprozesse. Und genau dieser Aspekt ist besonders besorgniserregend, denn er betrifft nicht nur das Unternehmen, das mit der Sepa-Einführung im Rückstand ist. Verzögerte Zahlungen haben sowohl einen negativen Einfluss auf Lieferanten und Kunden als auch Mitarbeiter …

Aber es werden am 1. Februar 2014 wohl kaum automatisch alle Systeme aufhören zu arbeiten, nur weil die Umstellung noch nicht abgeschlossen ist?
Vielleicht nicht – aber Banken können Zahlungen verweigern, die nicht im vorgeschriebenen Format sind. Dies kann gerade für Mitarbeiter verheerende Folgen haben: Denn werden sie nicht pünktlich bezahlt, können sie selbst ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Ähnlich wäre es bei Partner-Unternehmen?
Auch sie sind schnell enttäuscht, wenn Zahlungen nicht getätigt oder Zahlungseingänge verzögert werden. Denn dann wird der Cash-Flow ernsthaft beeinträchtigt. Hat der Partner bereits erfolgreich auf die Sepa-Anforderungen umgestellt, kann er selbst nichts dafür, wenn sein operatives Geschäft beeinträchtigt wird. Je nach Rolle des Partners, kann die gesamte Lieferkette gestört werden, so dass es unmöglich wird, Kunden mit Dienstleistungen oder Waren zu beliefern.

Seite 1:

„Bei Sepa ist es kurz vor zwölf“

Seite 2:

„Die Migration kann bis zu zwölf Monate dauern“

Kommentare zu " Zahlungssystem: „Bei Sepa ist es kurz vor zwölf“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Solange SEPA immer wieder fälschlicherweise mit "Single EuroPEAN Payments Area" übersetzt wird, ist eine gewisse Verwirrung auch hausgemacht.
    Sollte im Handelsblatt nun auch endlich richtig benannt werden.

  • @KarlNapf

    Ich weiß nicht, was andere Banken so treiben, aber wir (Sparkasse Olpe) sprechen unsere Kunden immer und immer wieder auf SEPA an und bieten auch Beratung an. Die meisten sehen trotzdem nicht die Notwendigkeit, sich rechtzeitig darum zu kümmern.

  • Darf man fragen, welche Strafe den Unternehmen drohen?
    Das Unternehmen "bestraft" (=monitäre Verluste) werden, die Überweisungen oder Lastschriften nicht tätigen können ist klar. Aber eine Strafe von Gesetzes wegen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%