Aussicht auf Toprenditen nur in Ausnahmefällen
Schiffsfonds - Überhitzung droht

Schiffe haben Hochkonjunktur. Der Welthandel brummt, vor allem dank der Nachfrage aus China. Die Schiffskapazitäten sind zu knapp für den anschwellenden Warenstrom, die Charterraten haben Allzeithochs erklommen. Die Werften in aller Welt kommen mit dem Neubau nicht nach.

Aussicht auf Toprenditen besteht trotzdem nur in Ausnahmefällen. Das Problem: Viele Fonds kaufen die Schiffe überteuert ein. Sollten die Chartrerraten nicht auf Dauer oben bleiben, sieht es schlecht aus für die Anleger. Noch vor knapp drei Jahren war der Welthandel in einer schweren Krise, die Raten notierten durchschnittlich bei einem Drittel des heutigen Niveaus. Viele Initiatoren halten den Markt für überhitzt. Sie verkaufen ihre Schiffe lieber, anstatt neue Fonds aufzulegen.

Doch es gibt sinnvolle Angebote, vor allem, wenn Fonds ihre Schiffe vor längerer Zeit zu niedrigeren Preisen geordert haben. Wie der Anbieter Nordcapital, der das Containerschiff E. R. Tianshan im Sommer 2003 bestellte. Der Fonds minimiert noch ein Risiko: Er wechselt 2006, im Jahr der Auslieferung des Schiffes, zur Pauschalbesteuerung. Dadurch gibt es dann keinen Unterschied zwischen dem Wert des Schiffs in den Geschäftsbüchern und dem Marktwert. Das ist wichtig, weil die Differenz steuerpflichtig würde, wenn der Fonds das Schiff verkauft.

Zeichner können 2004 und 2005 ihr zu versteuerndes Einkommen um 22,6 Prozent drücken. Ob der Fiskus die Verluste anerkennt, ist noch nicht sicher. Wegen des günstigen Kaufpreises und fast steuerfreier Erträge dürfte sich die Anlage aber auch rechnen, wenn das Finanzamt querschießt.

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Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 vom 02.12.2004 Seite 116 folgende

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