Erbschaft
Nichten im Pech

Verwandtschaft bringt günstigere Steuersätze beim Erben. Nicht direkt verwandte Hinterbliebene zahlen mehr. Das können ihre Erblasser zu Lebzeiten auch nicht durch ein so genanntes Ehegattentestament verhindern, wie Erben jetzt erfahren mussten.

Als ein Niedersachse starb, erbte seine Frau alles. Dem gemeinsamen "Ehegattentestament" zufolge war sie allerdings lediglich die "Zwischenerbin", hinterher sollte das komplette Vermögen des kinderlosen Paares an die Nichten und Neffen des Verstorbenen sowie an den Halbbruder der Frau gehen.

So geschah es nach ihrem Tod auch, doch nicht alles lief nach Plan: Das Finanzamt forderte von den Nichten und Neffen deutlich mehr Erbschaftsteuer als erwartet. Da sie mit der verstorbenen Frau ihres Onkels nicht verwandt seien, müssten sie den von ihr stammenden Teil des Nachlasses voll versteuern. Nur für den vom Onkel stammenden Teil stehe ihnen ein Freibetrag von 10300 Euro sowie ein niedrigerer Steuersatz für Verwandte zu.

Das Finanzgericht Niedersachsen hatte daran nichts auszusetzen: Trotz des von den Verstorbenen hinterlassenen gemeinsamen Testaments ("Berliner Testament") gelten für die von den beiden Partnern stammenden Vermögensteile unterschiedliche Steuerregeln, entschieden die niedersächsischenRichter (3 K 314/06). Es liege auch kein "Härtefall" vor, der einen Steuerrabatt rechtfertige.

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