Finanzbehörden
Die Jäger und Sammler

Finanzbeamte kommen an immer mehr Daten von Ihnen - auch ohne Petzer.

Identifikationsnummer

Seit 2008 trägt jeder Deutsche elf Ziffern mit durchs Leben. Bereits seit Juli sammelt das Bundeszentralamt für Steuern die dafür nötigen Daten von den Einwohnermeldeämtern. Künftig sollen sich Finanzbeamte so mit wenigen Klicks die komplette Steuervergangenheit eines Prüflings auf den Bildschirm holen können, Ungereimtheiten fallen dann schneller auf.

Abfrage trotz Abgeltung

Kapitaleinkünfte können zwar ab 2009 nicht mehr hinterzogen werden, weil die Banken dann die neue Abgeltungsteuer automatisch an den Fiskus abführen. Trotzdem dürfen Finanzbeamte in den meisten Fällen weiter bei den Banken nachhaken, wer welche Konten und Depots führt. Schließlich diene die Kontenabfrage ja nicht nur dazu, verheimlichte Zinsen nachzuweisen - sondern vor allem, gebunkertes Schwarzgeld aufzuspüren, heißt es zur Begründung. Zudem hat das Bundesverfassungsgericht die Abfrage im Juli für verfassungsgemäß erklärt.

Private Prüfung

Der Bundesfinanzhof hat jüngst klargestellt, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute mit hohen Einkünften eine Betriebsprüfung über sich ergehen lassen müssen. In dem Fall war ein hochdotierter Manager ins Amt zitiert worden.

Zoff beim Zoll

Seit Mitte Juni 2007 gelten wegen einer neuen EU-Verordnung strengere Regeln für Bargeldtransfers. Reisen Steuerzahler mit mehr als 10 000 Euro in bar in ein Drittland wie die Schweiz, müssen sie die Zöllner informieren und ein zweiseitiges Formular mit genauen Angaben zur Herkunft des Geldes ausfüllen. Vorher lag die Grenze bei 15 000 Euro, höhere Summen mussten nur auf Anfrage gemeldet werden.

Schwarzgeld in der Schweiz

Vom nächsten Jahr an erhoffen sich Steuerfahnder mehr Informationen aus der Schweiz. Bisher gewähren eidgenössische Beamte Auskünfte an ausländische Ermittler nur bei schweren Vorwürfen. Künftig soll aber schon die Hinterziehung von Mehrwertsteuer als Steuerbetrug gelten. Das ist ein offenes Scheunentor für deutsche Fahnder, weil in vielen Fällen neben Einkommensteuer und Sozialabgaben auch gleich Mehrwertsteuer hinterzogen wird.

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