Gesetzesänderung zum Jahresende
Manche Steuervorteile sind jetzt noch nutzbar

Zwei der zahlreichen Gesetzesänderungen zum neuen Jahr sollten Steuerzahler schon jetzt im Blick haben.

Erstens: Weil Steuerberaterkosten in der Steuererklärung nicht mehr ohne weiteres von den Einkünften abgezogen werden dürfen, sollte man offene Rechnungen des Beraters noch vor Silvester begleichen. Danach ist nur noch der Abzug als Werbungskosten oder Betriebsausgaben erlaubt. Der bisher darüber hinaus mögliche Sonderausgabenabzug von bis zu 520 Euro fällt weg. Das ist aber kein Grund zur Panik: Zwar ist das Beraterentgelt für die Bearbeitung des Mantelbogens oder der Anlage "Kind" nicht mehr absetzbar, weil es darin um Privatausgaben wie Spenden, Putzfrauenlöhne, Unterhalt oder Kinderbetreuung geht. Doch dafür bleibt das Honorar für die Beratung bei steuerpflichtigen Einkünften, etwa in den Anlagen N (Gehalt), KAP (Kapitalerträge), V (Vermietung) und GSE (unternehmerische Gewinne), auch 2006 absetzbar - und damit in den meisten Fällen der Löwenanteil der Rechnung.

Die Steuerberater werden ihre Gebühren von Januar an in abziehbare und nicht abziehbare Beträge aufteilen. Da sie dabei Gestaltungsspielraum haben, dürfte der nicht abziehbare Teil überschaubar bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Formulare wie die Anlage Kind selbst ausfüllen. Weitere Möglichkeit: dem Berater jetzt einen Vorschuss für die 2005er-Steuererklärung überweisen. Da über die steuerliche Behandlung der Zahlungszeitpunkt entscheidet, dürfte der Sonderausgabenabzug noch funktionieren. Der ist mit dem Zinsverlust aber womöglich teuer erkauft, das muss man im Einzelfall durchrechnen.

Zweitens: Wer gekündigt wurde und über eine Abfindung verhandelt, sollte noch in diesem Jahr einen Vertrag über die Abfindungszahlung unterschreiben. "Der Ausspruch einer Kündigung reicht für die Wahrung der bisherigen Steuervorteile nicht", warnt Rechtsanwalt Volker Teigelkötter von der Kanzlei McDermott Will & Emery. Betroffene sollten deshalb mit dem Arbeitgeber sprechen und Kompromissbereitschaft ausloten. Das gilt auch für Arbeitnehmer, bei denen die Kündigung noch bevorsteht. "Wenn Entlassungen sowieso anstehen, sollte das Verfahren beschleunigt werden", sagt Teigelkötter. Weitere Voraussetzung für den Steuervorteil: Die Abfindung muss laut Gesetz spätestens am 31. Dezember 2006 auf dem Konto des Exarbeitnehmers eingehen. Derzeit sind Abfindungen bis zu 7200 Euro steuerfrei; wer 55 Jahre oder älter ist und seit mindestens 20 Jahren für den Betrieb arbeitet, kann sogar 11 000 Euro steuerfrei kassieren.

Ein anderer Steuervorteil für Abgefundene bleibt auch 2006 erhalten: die so genannte Fünftelungsregel. Demnach ist für hohe Abfindungen nicht automatisch der Spitzensteuersatz fällig. Stattdessen teilen die Finanzbeamten die Abfindung durch fünf und setzen den sich dafür ergebenden Steuersatz für die Gesamtsumme fest.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 v. 8.12.2005

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