Schwarzgeld und Hedge-Fonds
Steueroasen werden teurer

Steuerparadiese wie Cayman oder Bahamas stecken in argen Geldnöten. Jetzt planen die Regierungen eine Anhebung der Abgaben. Die goldenen Zeiten für Hedgefonds und Steuerhinterzieher könnten bald vorbei sein.
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Die Zeiten ändern sich. Vor einigen Jahrhunderten war die Karibik noch Heimat von Piraten und Glücksrittern jeglicher Couleur. Heute ziehen die Tropeninseln Vermögende mit Schwarzgeld und regulierungsresistente Hedgefonds an.

Die Attraktivität der Region für diese Zielgruppe könnte aber bald nachlassen. Zahlreiche Regierungen und Behörden streben strengere Regeln an. So planen die Bahamas etwa eine Rathausdebatte über eine Steuerreform, die auch erstmals eine Einkommenssteuer und eine Mehrwertsteuer umfassen könnte. Auf den Cayman Islands, die in der Karibik die höchste Zahl an Hedgefonds beheimaten, hat Ministerpräsident McKeeva Bush angekündigt, er wolle die Registrierungsgebühren für die Branche erhöhen. Pläne für eine Besteuerung der Einkommen ausländischer Arbeitnehmer ließ er nach Protesten fallen. Antigua & Barbuda hat es auf die Steuerhinterziehung von Selbständigen abgesehen, es sei “höchste Zeit”, diese zu verfolgen, erklärte das Finanzministerium.

Hedgefonds und andere Finanzinvestoren wie beispielsweise die von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney mitgegründete Buyoutgesellschaft Bain Capital haben in der Region investiert, um ihre Steuern und die ihrer Kunden zu senken. Angesichts sich ausweitender Defizite und steigender Schuldenberge erwägen einige Regierungen in der Karibik jetzt jedoch, ihre Strategie zur Anwerbung von Investoren zu überdenken.

“Sie stecken in der Zwickmühle”, sagt Carl Ross, geschäftsführender Direktor Investments bei Oppenheimer & Co. in Atlanta. “Wenn sie beginnen, die Steuern für Ausländer zu erhöhen und versuchen, aus ihnen mehr herauszuquetschen, werden sie als Standort weniger attraktiv.”

Viele Länder haben möglicherweise keine Wahl, erklärt Therese Turner-Jones, stellvertretende Bereichsleiterin für die Karibik beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Mindestens fünf Inselstaaten in der Karibik, darunter Jamaica, Antigua & Barbuda und St. Kitts & Nevis, haben seit 2004 eine Umschuldung durchgeführt. Grenada konnte am 15. September Anleihen im Volumen von 193 Mio. Dollar nicht bedienen, kam aber innerhalb einer Frist von 30 Tagen den Zahlungsverpflichtungen nach.

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  • so ist es. Es ist auch wenig bekannt, daß es innerhalb der USA ein Steuerparadies gibt, den US Staat Delaware.
    Im Gegensatz zu anderen z.B. der Schweiz, ist dieser (genauso wie die City-of-London-Ableger, z.B. die Kanalinseln) kaum unter "Beschuß" der Medien und der US/EU-Organisationen.

  • Wann werden endlich die Menschen aufhören sich von ein paar raffgierigen Säcken und deren gekauftem Politpersonal für dummverkaufen zu lassen.

    Wo ist das Problem? Die Steuerhinterziehung in Multimilliardenhöhe könnte gestoppt werden, wenn denn der politische Wille da wäre.

    "Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen und hört endlich auf uns zu verarschen"

    Konstantin Wecker

  • Wenn Beteiligungs-, Dividenden-, Zinserträge nicht steuerpflichtig und die Firmen keine Körperschafts- bzw. Kapitalsteuer kennen, wie in anderen westlichen Staaten, dann hat es vielleicht doch einen Zusammenhang aufgrund der Einnahmen- / Ausgabenassymetrie. Steuern sind der Preis für die Zivilisation.

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