Steuern sparen
Schenkungen werden beliebter

Die Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer hat zu einem Anstieg des verschenkten Vermögens geführt. Doch beim Fiskus kommt seit 2009 immer weniger Schenkungsteuer an. Vermögende nutzen die günstige Rechtslage.
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DüsseldorfIn Deutschland werden immer größere Vermögen verschenkt und vererbt. Seit der Erbschaftssteuerreform 2009 hat sich das verschenkte Vermögen 2013 mehr als verdreifacht. Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes wurden 2009 noch 12,9 Milliarden Euro verschenkt, vier Jahre später waren es 39,9 Milliarden. Das Plus beim vererbten Vermögen fiel mit knapp 42 Prozent (auf 30,5 Milliarden Euro) deutlich geringer aus.
Die Zahl der verschenkten Vermögen ging im Vergleichszeitraum um mehr als 21 Prozent auf 46.832 Schenkungen zurück, vor allem weil nach der Reform die Freibeträge gestiegen sind. Schenkungen, die unter die Freibetragsgrenze fallen, werden in der Statistik nicht erfasst. Der Anteil der Schenkungen von mehr als 20 Millionen Euro nahm von 12 auf fast 49 Prozent zu.

Trotz der enormen Steigerung des verschenkten Vermögens nahm der Fiskus 2013 nur noch 1,1 Milliarden Euro Schenkungsteuer ein – 2009 waren es noch 1,4 Milliarden. Somit mussten Beschenkte 2013 im Durchschnitt nur 2,7 Prozent des geschenkten Vermögens in Form einer Steuer abgeben, vier Jahre zuvor waren es noch 10,7 Prozent. Der Staat nahm 2013 rund 4,6 Milliarden Euro aus Erbschafts- und Schenkungssteuer ein. 2009 waren es 4,5 Milliarden Euro.

Grund dafür sind höhere Freibeträge und günstige Regelungen für das Vererben von Betriebsvermögen. Ehegatten zum Beispiel können alle zehn Jahre ein Geschenk in Höhe von 500.000 Euro annehmen, ohne darauf Schenkungsteuer zahlen zu müssen. Für Kinder sind 400.000 Euro steuerfrei.

So sank die Zahl der steuerpflichtigen Schenkungen um 13,7 Prozent und die tatsächlich festgesetzte Steuern um 21,4 Prozent. Die jeweils größte geschenkte Vermögensart war – außer im Jahr 2010 – das Betriebsvermögen. Aufgrund der günstigen Rechtslage erhöhten sich diese Schenkungen von 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2013.

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