Steuerreform
Steinbrück unter Druck

Die Pläne der Regierung wirken sich massiv auf die Rendite vieler Geldanlageprodukte aus. Nach Ansicht von Kritikern steigt der Anreiz zur Kapitalflucht.

FRANKFURT. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisiert die Pläne von Finanzminister Peer Steinbrück für eine Abgeltungsteuer als anlegerfeindlich. "Die Steuer würde wirken wie eine Enteignung", sagte SdK-Vorstand Klaus Schneider am Dienstag in Frankfurt. Vor allem dem Alterssparen werde die Chance auf satte Wertentwicklung genommen, weil der Fiskus ständig Gewinne abschöpfe.

Die Regierung plant im Rahmen der Unternehmensteuerreform, ab 2008 eine Abgeltungsteuer von 30 Prozent auf private Kapitalerträge zu erheben, die später auf 25 Prozent sinken soll. Das Gesetz würde die Banken zwingen, Steuern auf Kapitalerträge direkt ans Finanzamt zu überweisen.

Bisher gelten für verschiedene Formen der Wertpapiergewinne verschiedene Formen der Besteuerung. Die Gewinne aus Dividenden sind zur Hälfte steuerfrei, für die andere Hälfte muss der Anleger Einkommensteuer zahlen. Kursgewinne sind innerhalb einer Veräußerungsfrist von einem Jahr einkommensteuerpflichtig, danach steuerfrei.

"Die geplante Besteuerung der Anleger verfehlt völlig ihren Zweck", sagt der SdK-Vorsitzende Schneider. Die Neuregelung verstärke die Anreize zur Kapitalflucht und schwäche die Anreize zum Alterssparen. Sie benachteilige insbesondere Anleger mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Stattdessen plädiert die SdK für eine Abgeltungsteuer mit niedrigeren Steuersätzen als den geplanten 25 Prozent und einem einfacheren Aufbau.

Beispielrechnungen der Aktionärsschützer zufolge müssten die Anleger für ihre Wertpapiergewinne bei der Steuererklärung nach der Reform je nach Situation zumindest einige Prozentpunkte mehr abführen; für Aktionäre mit niedrigem Einkommen könnte sich die Belastung verdoppeln.

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