Steuerzahler vor Gericht
Schulessen als haushaltsnahe Dienstleistung?

In vielen Familien gehört es zum Alltag, dass die Kinder in der Schule auch Mittagessen bekommen. Bislang sind die Kosten für diese Mahlzeiten steuerlich nicht absetzbar. Das könnte der Bundesfinanzhof ändern.

MünchenNach einem anstrengenden Schultag muss erst einmal aufgetankt werden – am besten natürlich mit einem guten Mittagessen. Verpflegung und warme Mahlzeiten werden inzwischen in den meisten Ganztageseinrichtungen für Schulkinder angeboten. Über die Qualität lässt sich häufig streiten, über den Preis allerdings nicht: Die Eltern müssen das Essen bezahlen, obwohl Anbieter und Mahlzeiten nicht immer frei gewählt werden können.

Ein alleinerziehender Vater hat nun versucht diese Verpflegungskosten steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistung geltend zu machen. Begünstigt sind hier grundsätzlich solche Arbeiten, die normalerweise Sie – oder andere Haushaltsmitglieder – selbst erledigen würden. Die Finanzverwaltung erkennt 20 Prozent der Rechnungsbeträge für haushaltsnahe Dienstleistungen an. Das Besondere daran: Dieser Anteil der Aufwendungen ermäßigt direkt die tarifliche Einkommensteuer.

Maximal berücksichtigt der Fiskus bei den haushaltsnahen Dienstleistungen 4.000 Euro pro Jahr. Um in den Genuss dieses Steuervorteils zu kommen, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein – zum Beispiel eine Rechnung des Dienstleisters sowie eine Banküberweisung des Betrags.

Faustformel für die Definition der haushaltsnahen Dienstleistung ist die Frage nach der hauswirtschaftlichen Tätigkeit: Deswegen zählen Kochen, Putzen oder auch der Gartendienst normalerweise dazu. Allerdings muss eine haushaltsnahe Dienstleistung in aller Regel tatsächlich daheim erledigt werden. Die Allgemeingültigkeit dieses Grundsatzes bestritt der Vater nun – mit Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs.

Sein Argument: Bei der haushaltsnahen Dienstleistung gelte ein funktionaler Nähebegriff – und funktional gehöre das Mittagessen zum Bereich des klägerischen Haushalts. Darüber hinaus betrage die Entfernung zwischen seiner Wohnung und der Schule seiner Kinder lediglich 628 Meter.

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Schulessen als haushaltsnahe Dienstleistung?

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Auch Kita-Essen könnte betroffen sein

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