Tool der Woche
Wie Sie beim Dienstwagen Steuern sparen

Wenn Arbeitnehmer ihren Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, ist das nicht nur praktisch, sondern ruft auch das Finanzamt auf den Plan. Ein Dienstwagen-Rechner zeigt, wie sich die Steuerlast minimieren lässt.
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FrankfurtEs muss nicht immer eine Gehaltserhöhung sein. Auch mit anderen Annehmlichkeiten können Arbeitgeber ihren Angestellten etwas Gutes tun. Ein Klassiker: der Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf. Doch obwohl bei dieser Art der Zuwendung nicht unmittelbar Geld auf dem Konto des Arbeitnehmers landet, ruft sie sogleich das Finanzamt auf den Plan. Bevor Arbeitnehmer einen Firmenwagen annehmen, sollten sie deshalb die steuerlichen Folgen prüfen.

Wer einen Dienstwagen auch privat nutzen darf, hat einen sogenannten geldwerten Vorteil und muss diesen versteuern. Dafür kann entweder die 1-Prozent-Regel angewandt oder ein Fahrtenbuch geführt werden. Bei der 1-Prozent-Regel muss pro Monat ein Prozent des inländischen Bruttolistenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung versteuert werden. Hier kommt es also nicht darauf an, zu welchen Konditionen das Auto tatsächlich gekauft wurde, sondern wie viel es laut Liste anfangs wert ist.

Wer beispielsweise einen Wagen im Wert von 50.000 Euro fährt, muss mit der 1-Prozent-Regel monatlich 500 Euro versteuern. Hinzu kommen die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte. Dafür werden pro Kilometer 0,03 Prozent des Listenpreises angesetzt. Bei einer Entfernung von 15 Kilometern sähe die Berechnung so aus: 50.000 Euro x 0,03 Prozent x 15 (Anzahl der Kilometer) = 225 Euro. Der Privatanteil summiert sich in diesem Fall also schon auf 725 Euro pro Monat. Davon kann allerdings noch die Entfernungspauschale abgezogen werden. Bei 20 Arbeitstagen wären das 15 Kilometer x 20 Tage x 0,30 Euro = 90 Euro Entfernungspauschale.

In einem Fahrtenbuch werden sämtliche Fahrten dokumentiert und jeweils vermerkt, ob sie beruflich oder privat veranlasst waren. Für jede einzelne Dienstfahrt müssen Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Fahrt, das Reiseziel sowie der Reisezweck und der aufgesuchte Geschäftspartner notiert werden. Bei Privatfahrten ist es etwas einfacher, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt): „Hier genügen jeweils die Kilometerangaben und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte ein kurzer Vermerk.“ Die Berechnung per Fahrtenbuch könnte laut Bund der Steuerzahler so aussehen:

„Die Gesamtkosten für einen Personenkraftwagen betrugen 10.200 Euro im Jahr. Nach dem Fahrtenbuch sind 30.000 Kilometer gefahren worden, davon privat 10.000 Kilometer und an Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte 3000 Kilometer. Der Kilometersatz beträgt somit 0,34 Euro (10.200 Euro: 30.000 Kilometer). Gewinn erhöhend sind für die Privatfahrten 3400 Euro (0,34 Euro x 10.000 Kilometer) anzusetzen. Die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb erhöhen den Gewinn um 1020 Euro. Gleichzeitig kann die Entfernungspauschale in Höhe von 1.500 Kilometer x 0,30 Euro = 450 Euro abgezogen werden.“

Welche Methode für den Arbeitnehmer günstiger ist, lässt sich pauschal schwer sagen. „Tendenziell lohnt sich die Fahrtenbuchmethode immer dann, wenn das Fahrzeug überwiegend beruflich genutzt wird“, sagt Steuerexpertin Klocke. Hinzu kommt: „Gerade bei Gebrauchtwagen kann die Versteuerung mit der 1-Prozent-Regelung, die ja vom ursprünglichen Bruttolistenneupreis berechnet wird, recht unvorteilhaft sein.“ Wer schon vorab berechnen will, wie sich der Firmenwagen auf seinen Nettolohn auswirkt und wie hoch der Netto-Privatanteil ist, kann dafür den Dienstwagen-Rechner auf Handelsblatt.com nutzen.

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