Umfrage
Mehrheit der Deutschen hat noch keine Steuererklärung gemacht

Noch gut einen Monat ist Zeit, um die Steuererklärung für das vergangene Jahr einzureichen. Die Mehrheit der Deutschen hat noch keine gemacht, so das Ergebnis einer Umfrage. Viele wollen das auch nicht tun.
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Am 31. Mai läuft die Frist zur Einreichung der Einkommenssteuererklärung für 2011 ab. Die Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) hat ihre Steuererklärung allerdings bisher nicht gemacht. 61 Prozent davon wollen das noch nachholen – knapp 40 Prozent fristgerecht und weitere 23 Prozent planen, die Erklärung zu einem späteren Zeitpunkt nachzureichen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday exklusiv vorliegt.

39 Prozent derjenigen, die bisher keine Steuererklärung für 2011 einreichten, haben das auch nicht vor oder sind noch unentschlossen. Danach gefragt, was sie daran hindert, antworten 46 Prozent der Verweigerer: „Ich glaube nicht, dass es sich für mich lohnt, eine Steuererklärung zu machen“.

Bei vielen herrscht aber auch Unsicherheit. So wissen 32 Prozent selbst nicht so recht, warum sie keine Steuererklärung einreichen wollen. Weitere neun Prozent nennen als Hinderungsgrund, dass ihr Wissen zu diesem Themengebiet zu gering ist.

Die neuesten Änderungen für die Steuerzahler hat knapp die Hälfte der Bevölkerung nicht mitbekommen. 48 Prozent der Befragten wissen nicht, dass Ende 2011 das „Steuervereinfachungsgesetz“ beschlossen wurde, dessen Maßnahmen zur Steuervereinfachung teilweise schon ab 2012 gelten. Dazu gehört beispielsweise, dass der Arbeitnehmer-Pauschbetrag auf 1.000 Euro angehoben wurde.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Umfrage: Mehrheit der Deutschen hat noch keine Steuererklärung gemacht"

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  • Mann kann seine Steuererklärung auch noch nach diesem Termin abgeben. Der BFH hat mit dem Jahressteuergesetz 2008 diese Frist für die Abgabe freiwilliger Steuererklärungen abgeschafft. So können sie Steuerklärungen bis zu 4 Jahren in der Vergangenheit einreichen.

  • 15-Jährige Schüler sollten die Gesetze lesen und auf Verständlichkeit testen. Unverständlich, nicht nachvollziebar? Sofort zurück ins Gesetzgebungsverfahren. Abgeordnete und Beamte, die beim dritten Versuch immer noch unverständliches Mötegernintellektuelles mit verschachteltem Satzbau anbieten, wird für drei Monate das Gehalt halbiert. Soweit mein Vorschlag.

  • Ich hab`s schon hinter mir, nämlich die Abgabe der Einkommensteuererklärung für 2011. Gut kann ich aber die verstehen, die sich davor drücken. Selbst ich als Jurist habe meine liebe Not, die immer komplizierter werdenden Vorschriften zu verstehen. Es mutet wie ein zynischer Witz an, wenn uns unsere Politiker versprechen, Steuergesetze würden immer einfacher. Ein besonders "einfaches" Kapitel ist da die Anlage KAP für Kapitalerträge. An sich sollte man meinen, deren Abgabe sei in Zeiten der Abgeltungssteuer überflüssig. Dumm nur, wenn man einen theraurierenden Auslandsfonds im Depot hat. Dumm auch, wenn die Bank angeblich bei einem Wertpapierverkauf den Erwerbspreis nicht mehr nachvollziehen kann und deshalb eine Ersatzbemessungsgrundlage nimmt. Ich habe noch nie so viel Arbeit mit der Anlage KAP gehabt, wie in den letzten Jahren und auch noch nie so umfangreiche Kommentierungen zu diesem Thema gelesen. Und das ist nur eine Baustelle von vielen. Sind unsere Politiker und deren Dienstleister in den Ministerien eigentlich nicht mehr in der Lage, einfache und verständliche Gesetze zu erlassen. Wie wäre es, wenn man die Abgeordneten des Bundestages nur dann bezahlen würde, wenn sie eine gewisse Zahl von Steuerrechtsklausuren bestehen. Das würde doch ungemein motivationsfördernd wirken.

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