Umfrage unter Steuerberatern
Ostdeutsche Finanzämter strenger als westdeutsche

Ostdeutsche Finanzbeamte sind schärfer im Umgang mit Unternehmen als westdeutsche. Das jedenfalls legt eine Studie des Magazins "Impulse" nahe, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Am kritischsten sind die Ämter in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen, am unteren Ende dieser Skala rangieren Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg, wie eine bundesweite Befragung von mehr als 2200 Steuerberater-Kanzleien ergab.

HB BERLIN. "Impulse"-Chefredakteur Klaus Schweinsberg sieht in Strenge oder Augenmaß der Finanzämter einen wesentlichen Standortfaktor.

Das unnachgiebigste Finanzamt sitzt der nicht repräsentativen Erhebung zufolge im sächsischen Annaberg, gefolgt von Schwerin und Mühlhausen (Thüringen). Am "pragmatischsten" arbeitet demnach das Finanzamt Stuttgart III, dahinter liegen das Hamburger Finanzamt für Großunternehmen und die Behörde im schwäbischen Backnang. Die Ergebnisse sind nach Angaben der Autoren teilweise auch auf Privatpersonen übertragbar. Private Verbraucher müssten mit dem gleichen Klima in den Amtsstuben leben wie Unternehmer, hieß es.

"Zwischen dem schärfsten und dem maßvollsten Finanzamt in Deutschland liegen Welten", sagte Schweinsberg. "Wir sind deshalb der Meinung, dass Finanzämter in Deutschland ein Standortfaktor sind." Die kritischen Urteile über die ostdeutschen Behörden führte er darauf zurück, dass sich die Beamten enger an den Buchstaben des Gesetzes orientierten. "Unser Eindruck ist, dass im Osten Ermessensspielräume oft nicht genutzt werden." Als Beispiel nannte Schweinsberg eine Kontopfändung wegen 50 ? Rückstand.

"Impulse" hatte zusammen mit dem Mainzer Marktforschungsinstitut Forum Steuerberater-Kanzleien in der ganzen Republik zu ihren Erfahrungen mit insgesamt 575 örtlichen Finanzämtern befragt. Dabei wurden den Beratern jeweils 20 Aussagen vorgelegt, denen sie mehr oder weniger zustimmen sollten. Im Einzelnen abgefragt wurden Strenge und Augenmaß der Behörden bei Steuererklärungen, bei allgemeinen Betriebsprüfungen, bei der Prüfung von Kapitalerträgen, bei der Steuerfahndung und bei Umsatzsteuer-Sonderprüfungen.

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