Börsen-Rally sei dank
Die Deutschen werden stetig reicher

An der Börse entzündete sich 2012 ein Kursfeuerwerk – und die Taschen der Aktionäre sprudelten über. Unter anderem dank der Rally stieg das Geldvermögen der Deutschen auf eine Rekordhöhe, wie die Bundesbank mitteilte.
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FrankfurtDie Deutschen haben so viel Geld wie nie: Im dritten Quartal 2012 stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte auf die Rekordhöhe von 4871 Milliarden Euro. Das teilte die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mit. Das Plus von 1,3 Prozent oder 64 Milliarden Euro zum Vorquartal geht gut zur Hälfte (33 Mrd. Euro) auf das Kursfeuerwerk an den Börsen zurück und kommt damit vor allem Aktionären zugute. Die dürften frohlocken: Der deutsche Leitindex Dax legte seither weiter zu.

Im Jahresvergleich erhöhten die Privathaushalte in Deutschland ihr Geldvermögen sogar um satte 5,0 Prozent - das ist das kräftigste Plus seit dem ersten Quartal 2010.

Dabei wäre noch mehr möglich gewesen. Denn während Dax & Co. kräftig anzogen, waren zahlreiche Sparer im Herbst 2012 weiter durch die Schuldenkrise im Euroraum verunsichert. Deshalb schichteten sie ihr Geld um - in Anlageformen, die wenig oder gar keine Zinsen abwarfen, aber vermeintlich risikoarm oder schnell verfügbar sind: Zuflüsse gab es bei Bargeld und Sichteinlagen sowie bei den Ansprüchen gegenüber Versicherungen.

„Die Vermögensbildung über Bankeinlagen einschließlich Bargeld, die mit knapp 20 Milliarden Euro einen Großteil zur Nettogeldvermögensbildung der Haushalte beitrug, ist trotz negativer realer Verzinsung ausschließlich auf Mittelzuflüsse bei den Sichteinlagen zurückzuführen“, betonte die Bundesbank.

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Rückzug aus Sparbriefen

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  • es steig das Geldvermögen von den 10% der Reichen deutschen, die sich bei Verlusten pausenlos Retten lassen.

  • Vor allem möchte ich mal den Median der Vermögen wissen. Und den mal dem Mittelwert gegenüber stellen. Auch ist mir nicht ganz klar, in welchen Geldmengenaggregaten wir uns hier bewegen, ich nehme an M1, Sie reden also von Bargeld und Sichteinlagen?

    Fakt ist doch, daß wir seit Jahren, egal ob unter Heinrich Alois Maria Elisabeth Schröder oder unter Angela Brühning, eine versteckte Hyperinflation vor uns her schieben, nur daß wir anders als am Ende Brühning (wie auch sein alleits bekannter "Nachfolger") den Geldüberhang nicht in der Rüstung parken (bzw. geparkt in Öffa und Mefo) sondern bei den Reichen. Die Armen und Sozial Schwachen erleben Reallohnverluste, die Reichen werden immer fetter. Und so, wie sich am Ende des WK II das ganze Öffa- und Mefo-Geld seinen Weg in die Wirtschaft suchte (abefangen durch die Währungsreform 48) sucht sich das Geld der Reichen auch seinen Markt: Den Wohnungsmarkt.Zum Teil auch den Aktienmarkt, beide sind überbläht. Beim Wohnungsmarkt ist es fatal, da Immoblienpreise (und folglich auch Mieten) ins Astronomische steigen und hier die bisher versteckte Hyperinflation voll zulangt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir in Deutschland eine Massenobdachlosigkeit haben.

    Das ganze ist eine verkehrte Politik und führt regelmäßig in die Katastrophe.

    Wir müssen endlich lernen, den Geldüberhang der Reichen durch Einkommens- und Vermögenssteuer abzuschöpfen und über die Staatsquote, einen gesetzlichen Mindestlohn, vernünftig verzinste Bundesschatzbriefe und dergl. wieder in den realen Markt zurückzuführen, um a) eine Reallohnsteigerung zu bekommen (na, wenn es wenigstens kein Verlust wäre, würde es reichen) und b) eine maßvolle nachfragegetriebene Inflation. Sonst laufen Preise und Löhne auf ewig auseinander und der Quatsch wird immer quätscher.

    Detlef Bosau, Stuttgart

  • Es ist immer das Gleiche: Da wird davon geredet „die Deutschen“ werden reicher. Doch wer sind diese „Deutschen“, die reicher wurden? Dazu der Schuldneratlas Deutschland 2012 der Creditreform [PDF - 59.1 KB].
    Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist 2012 nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wieder merklich angestiegen. So hat sich die Zahl der überschuldeten
    Personen im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund 190.000 auf bundesweit 6,6 Millionen Betroffene erhöht (+ 3,0 Prozent). Damit sind 9,65 Prozent aller erwachsenen Deutschen über 18 Jahre zum Stichtag 1.Oktober 2012 überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf (2011: 9,38 Prozent).

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