Initiative der EU-Kommission
Sparguthaben könnten in Firmen fließen

Statt bei Banken festzuhängen, sollen Sparguthaben der Wirtschaft zugute kommen, die Finanzierung von Firmen sichern – damit liebäugeln EU-Politiker. Die Kommission sucht nach Wegen, Geld der Bürger zu mobilisieren.
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LondonSparguthaben in der Europäischen Union könnten nach Ansicht der EU-Kommission künftig für die Firmenfinanzierung genutzt werden. Auf diese Weise könnte man langfristig mehr Geld investieren und der Wirtschaft helfen, wie aus einem Papier der Kommission hervorgeht, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Hintergrund ist, dass sich viele Banken seit der Finanzkrise bei der Vergabe von Firmenkrediten zurückhalten. Die EU will deswegen nicht mehr so stark wie bisher von den Instituten abhängig sein.

Dem Dokument zufolge will die Kommission die europäische Versicherungsaufsicht in der zweiten Jahreshälfte um Rat bitten, wie persönliche Ersparnisse für die Rente angezapft werden könnten, um die langfristige Finanzierung anzukurbeln. Bis Ende des Jahres soll zudem geklärt werden, ob man ein europäisches Sparkonto einführen könnte. Dieses würde Sparern offenstehen, deren Geld in kleine Firmen investiert werden könnte.

Banken beklagen schon länger, dass sie wegen der strengeren Kapitalanforderungen nach der Finanzkrise nicht mehr so viel Geld an die Wirtschaft verleihen können. Die EU will in den kommenden zwei Jahren überprüfen, ob die Regeln für die langfristige Finanzierung angemessen sind. Dies dürfte etwa in den USA aufmerksam verfolgt werden. Dort will man ausschließen, dass Banken in der EU nicht einseitig Vorteile eingeräumt bekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenngleich der Vergleich hinkt, ich finde die Idee ersteinmal gut. Wenn ich mir eine Aktie von irgendeinem Dax unternehmen kaufe, mache ich grundsätzlich erst einmal nichts anderes als das was in dem Beitrag beschrieben wurde. Sicherlich wird die Frage sein wie die Rahmenbedingungen dafür sein werden. Einen sehr positiven Nebeneffekt hätte es weiterhin: Die Vorherrschaft von Banken könnte etwas gemindert werden.

  • Es wird immer grotesker. Die Banken geben das billige Geld nicht an die Betriebe weil sie damit lieber zocken um die riesigen Bilanzlöcher die sie selbst produziert haben mit mühe noch zusammenzuhalten. Jetzt kommen die vollkommen unwissenden und geistig armen Politikdarsteller leicht auf solche Wahnvorstellungen. Ich hätte noch einen Topvorschlag! Wir gehen gratis arbeiten und statt Zahlen auf unseren Konten bekommen wir ein Fresspaket am Ende des Monats. Schulen sind ja abends meist nicht genutzt dort könnten wir ja dann übernachten. Weiter so EU-Diktatur! Aber was solls: jeden Tag ein Abendgebet das dieser Schwachsinn endlich vorbei ist.

  • Wers nicht merkt ist selber schuld: es ist ein weiterer Schritt der Abschaffung der Marktwirtschaft, der Geld- und Kapitalmärkte. Dahinter stehen Vergesellschaftung und Verstaatlichung zugunsten einer EU-Diktatur, die immer klarer erkennbar ist.

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