Pensionsverpflichtungen
Dax-Konzerne müssen Lasten schultern

Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen sind die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne so hoch wie nie zuvor. Um höhere und stabile Renditen zu erzielen, wird immer mehr Pensionsvermögen in alternative Anlagen investiert.
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FrankfurtDie rekordtiefen Kapitalmarktzinsen fordern ihren Tribut auch bei den Pensionsplänen der Dax-Unternehmen: Die Pensionsverpflichtungen der 30 börsennotierten Konzerne sind um gut neun Prozent auf ein Rekordniveau von rund 396 Milliarden Euro geklettert. Die ausschließlich zu Pensionszwecken extern gemanagten Pensionsvermögen legten dagegen um sechs Prozent zu auf rund 249 Milliarden Euro.

Damit sind im Durchschnitt 63 Prozent der Pensionslasten der Dax-Firmen durch Pensionsvermögen gedeckt, drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Um aus ihrem Vermögen zur Finanzierung der Betriebsrenten möglichst viel herauszuholen, legen Pensionsmanager das Kapital immer stärker in alternative Anlagen an, von denen sie sich höhere Renditen als mit Anleihen und stabilere Renditen als mit Aktien versprechen. Das ergeben Untersuchungen der Unternehmensberatungen Mercer und Willis Towers Watson.

„Langfristige Vorsorge erfährt eine besondere Herausforderung durch die Niedrigzinsen“, erklärt Thomas Jasper, verantwortlich für Altersvorsorge bei der Unternehmensberatung Willis Towers Watson (WTW). Die Dauer-Tiefzinsen sorgen dafür, dass die Unternehmen mehr Geld zurücklegen müssen für die Finanzierung ihrer Betriebsrenten. Denn die künftigen Verpflichtungen werden mit einem an Kapitalmarktzinsen angelehnten Rechnungszins abgezinst auf einen Barwert. Dieser Rechnungszins ist nach Angabe von WTW im vergangenen Jahr im Durchschnitt 0,7 Prozentpunkte auf rekordtiefe 1,8 Prozent gesunken.

„Dadurch entstanden versicherungsmathematische Verluste von in Höhe von rund 46 Milliarden Euro“, rechnet Thomas Hagemann, Chefaktuar vom Beratungshaus Mercer, vor. Die Betriebsrenten der Mitarbeiter sind allerdings keinesfalls gefährdet. Denn neben den Pensionsvermögen, die die Konzerne in Treuhandgesellschaften namens CTAs und Pensionsfonds auslagern, bilden die Unternehmen Rückstellung in ihrer Bilanz und zahlen Betriebsrenten aus ihrem laufenden Geschäft.

Aber diese rechnerischen Verluste belasten das Eigenkapital der Unternehmen. Angesichts steigender Zinsen in den USA dürfte sich die Lage in diesem Jahr aber etwas verbessern, erwartet Jasper von WTW. „Man kann damit rechnen, dass sich der Rechnungszins entspannt.“ Derzeit liege er bei 2,1 Prozent.

Die hohen Renditen auf die Kapitalanlagen, mit denen die Pensionsverpflichtungen zum Teil unterlegt sind, konnten den Anstieg der Pensionslasten aber nicht wettmachen. Die Unternehmen erwirtschafteten mit den Pensionsvermögen im vergangenen Jahr 22 Milliarden Euro - das entspricht einer Rendite von 9,3 Prozent. Sie profitierten von steigenden Aktienkursen zuletzt noch weiter gestiegenen Anleihekursen, aber auch davon, dass sie einen wachsenden Anteil der Gelder in alternative Anlageformen wie Infrastruktur und Beteiligungen stecken.

Letztere machen mit 23 Prozent inzwischen einen größeren Anteil aus als Aktien, die 22 Prozent des Pensionsvermögens ausmachen. Anleihen haben sie im Gegenzug abgebaut, deren Anteil sinkt seit Jahren. Besonders gefragt sind bei Dax-Unternehmen nach Aussage von Mercer aktuell Anlagen in Infrastruktur und Kreditfonds.

Zudem steckten die Dax-Unternehmen 10,5 Milliarden Euro neues Kapital in ihre Pensionsvermögen, wie WTW errechnet hat.

Vom geplanten Betriebsrenten-Stärkungsgesetz, mit dem die Bundesregierung die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge fördern will, versprechen sich nur wenige Firmen einen Fortschritt. Nach einer Umfrage von WTW unter 107 Unternehmen verschiedenster Größe wollen zwei Drittel von ihnen nichts ändern.

Nur 23 Prozent wollen demnach die Möglichkeit nutzen, das System auf eine reine Beitragszusage ohne Garantien umzustellen, das sie von der Pflicht befreit, notfalls Geld nachzuschießen. Gleichzeitig sei den Mitarbeitern die Sicherheit ihrer Pensionszusage wichtiger als ein möglichst hoher Ertrag, sagt Berater Jasper von WTW. Das stelle Unternehmen, die auf Garantien verzichten wollen, vor eine „große kommunikative Herausforderung“.

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  • Sozialismus pur, "Betriebsrenten-Zusagen" Teufelszeug wie ätzend. Nix wie weg mit den Renten-Dax und die Gewinne selbst einstecken. Der Mob hat doch schon die Arbeit, für was braucht er Renten. Jeder ist seines Glückes Schmied Ha Ha Ha

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