Seit 2005 gilt das Alterseinkünftegesetz
Renten werden stärker besteuert

Der Streit darüber, ob Beamte anders behandelt werden als Angestellte, setzte einen Prozess in Gang, der einen kompletten Systemwechsel zur Folge hatte: die Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung. Für Rentner bedeutet dies unter Umständen, dass sie Steuern zu zahlen haben.

Im Zuge des Verfahrens hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung verpflichtet, eine verfassungskonforme Regelung für die künftige Besteuerung der Alterseinkünfte zu schaffen. Renten und Pensionen seien nach gleichen Kriterien zu behandeln, forderten die Richter. Daraus erwuchs das Alterseinkünftegesetz, das Bundestag und Bundesrat im vergangenen Jahr verabschiedeten. Die gesetzlichen Renten werden künftig stärker besteuert, Aufwendungen für die Altersvorsorge dagegen von der Steuer befreit. Dies ist der Kern des Gesetzes, das am 1. Januar 2005 in Kraft trat und das die Altersvorsorge von Grund auf reformiert.

Einen Systemwechsel markiert die Reform, da Renten und Pensionen künftig „nachgelagert“ besteuert werden. Das bedeutet: Beiträge für den Aufbau einer Altersversorgung werden sukzessive steuerlich freigestellt, Alterseinkünfte hingegen zunehmend versteuert. Der Übergang von der „vorgelagerten“ zur „nachgelagerten“ Besteuerung der Renten erfolgt stufenweise in einer Übergangszeit von 2005 bis 2040.

Rentenbesteuerung in Stufen

Die Renten werden ab 2005 zunächst zu 50 Prozent versteuert. Dieser Satz bleibt lebenslang unverändert. Mit jedem Jahrgang, der danach in Rente geht, steigt der steuerpflichtige Anteil um zwei, ab 2020 um einen Prozentpunkt pro Jahr. 2040 ist die volle Besteuerung erreicht. Im Gegenzug werden die Beitragszahler Zug um Zug entlastet. Für das Jahr 2005 sollen zunächst 60 Prozent der Beiträge bis zu einer Grenze von 12 000 Euro steuerlich freigestellt werden. 50 Prozent – nämlich der Arbeitgeberanteil – waren schon zuvor von der Steuer befreit. Pro Jahr soll der Anteil um weitere zwei Prozent steigen. Damit wären vom Jahr 2025 an die Beiträge vollständig steuerfrei - bis zu einem Höchstbetrag von 20 000 Euro pro Jahr. Für Betriebsrenten wird ein Zusatzfreibetrag von 1 800 Euro pro Jahr eingeführt. Als Vorsorge anerkannt werden die neue Basisrente, die wie die gesetzliche Rente konstruiert ist, sowie Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen und zur landwirtschaftlichen Alterskasse.

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