Sparpläne auf Zertifikate
Alternative für Fondssparer

Mit Zertifikaten können Anleger auf fast alles spekulieren. Statt jedoch gezielt auf einzelne Indizes, Aktien, Währungen oder Rohstoffe zu setzen, wollen viele Investoren von den Chancen der Wertpapiermärkte profitieren, ohne sich Gedanken über den optimalen Kaufzeitpunkt machen zu müssen.

DÜSSELDORF. Die Lösung: Sparpläne auf Zertifikate ermöglichen Anlegern, schon mit kleinen monatlichen Beträgen, am Vermögensaufbau zu arbeiten.

Viele Jahre war dies Domäne der Investmentfonds. Doch Sparpläne sind nicht länger Exklusivangebote der Fondsanbieter. Das stärkste Argument für einen Sparplan auf Zertifikate ist die im Vergleich zu Investmentfonds geringeren Kosten. Zwar fällt auch bei einem monatlichen Erwerb von Zertifikaten eine einmalige Gebühr an, die sich derzeit um 2,50 Euro pro Sparrate zuzüglich rund 0,4 Prozent der Kaufsumme bewegt (siehe Tabelle). Hinzu kommt noch eine minimale Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Das ist unter dem Strich aber deutlich weniger, als die meisten Investmentfonds allein als Ausgabeaufschlag – meist rund fünf Prozent – verlangen.

Berücksichtigt man alleine die Kosten für den monatlichen Erwerb, schneiden die Zertifikate bei Sparraten von bis zu 200 Euro bislang kaum günstiger ab als Investmentfonds. Ihre Kostenvorteile spielen Zertifikate vor allem nach dem Kauf aus. Während bei Investmentfonds eine jährliche Verwaltungs- und Managementgebühr zwischen einem und zwei Prozent an der Rendite des Anlegers zehrt, partizipieren die Besitzer von Indexzertifikaten meist eins zu eins von der Entwicklung des im Zertifikat verbrieften Kursbarometers. Mehr wollen viele Anleger ohnehin nicht, zumal nur wenige Investmentfonds höher rentieren als ihr Referenzindex. Das kommt an bei Anlegern. „Indexzertifikate stehen auf der Beliebtheitsskala der Zertifikatesparer ganz oben“, weiß denn auch Steffen Scheuble, Zertifikate-Experte der Deutschen Bank, zu berichten. Für alternative Zertifikate-Konzepte wie etwa den Rolling-Discount-Zertifikaten beträgt die Verwaltungsgebühr selten mehr als 0,5 Prozent pro Jahr.

Die niedrigen Kosten sind zugleich aber auch die größte Hürde für ein besseres und vor allem breiteres Angebot in Sachen regelmäßiges Sparen in Indexzertifikate. Wer heute bei einer klassischen Filialbank einen Sparplan auf Zertifikate einrichten will, stößt bei Beratern meist auf taube Ohren. Hintergrund: Die Banken, die sich Dienstleister im besten Sinne um die Verwaltung und Verbuchung des Sparplans kümmern, können weder ihre Beratungsleistung noch die eigenen Kosten zur Abrechnung eines Zertifikatesparplans über Gebühren refinanzieren. Zudem stellt die Handhabung so genannter „Spitzen“ – also Bruchteile eines Zertifikats – viele Banken beim Kauf per Sparrate und später beim Verkauf noch vor Probleme. Wer 50 Euro in einen Investmentfonds investiert, bekommt seinen Anteil bis auf die dritte Nachkommastelle genau ausgerechnet. Kostet ein Indexzertifikat auf den Dax bei einem Stand von 3881 Punkten derzeit 38,81 Euro, so erwirbt ein Zertifikatesparer für 50 Euro zum Beispiel 1,288 Zertifikate.

Da sich die Käufer von Zertifikaten bislang vor allem selbst über ihre Anlage informieren und nur noch selten Beratungen in Anspruch nehmen, teilen sich Direktbanken und Discountbroker wie Comdirect und Diba den Markt für Zertifikatesparpläne bislang untereinander auf. Immerhin rund 15 Prozent aller bei Direktbanken eingerichteten Sparpläne beziehen sich bereits auf Zertifikate, obwohl das Angebot an Investmentfonds das der besparbaren Zertifikate um ein Vielfaches übersteigt. „Dieser Markt wächst derzeit mit über zehn Prozent – und das pro Monat“, berichtet Matthias Hüppe von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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