Überzogene Gebühren
SPD nimmt Dispo-Zinsen ins Visier

Immer noch kassieren Banken von ihren Kunden völlig überhöhte Dispo-Zinsen. Dem will die SPD nun dringend mit einer Gesetzesinitiative ein Ende bereiten. Maximal acht Prozent sollen die Institute noch nehmen dürfen.
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BerlinDie SPD will mit einer Gesetzesinitiative gegen überzogene Bankgebühren vorgehen. Dispo-Zinsen bei Kontoüberziehung müssten auf maximal 8 Prozent begrenzt werden, sagte die SPD-Verbraucherpolitikerin Kerstin Tack der Nachrichtenagentur dpa.

Zudem sollten die Kosten für die Abhebung an Automaten auf 2 Euro gedeckelt werden. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass die Kreditinstitute von den Kunden überhöhte oder oft auch versteckte Gebühren kassierten.

Die SPD-Politikerin kritisierte, dass Banken immer noch Hunderttausenden ein eigenes Girokonto verweigerten. Damit werde eine ausdrückliche Empfehlung der Kreditwirtschaft unterlaufen, für jeden Interessenten ein Konto mit Guthaben einzurichten.

Deutschland müsse dabei endlich mit vielen anderen europäischen Ländern gleichziehen, die eine solche Regelung bereits hätten. Wer nur auf die Verwendung von Bargeld angewiesen sei, könne nur schwer eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz finden.

Weiter schlägt die SPD-Bundestagsfraktion die Einsetzung von Wächtern über die Finanzmärkte vor. „Sie sollen unlautere Praktiken aufspüren und Missstände an die Aufsichtsbehörden weitergeben“, sagte Tack.

Finanziert werden sollten die bei den Verbraucherzentralen angesiedelten Wächter aus Bußgeldern und Kartellstrafen. „Die Verbraucher müssen gegenüber den Unternehmen auf Augenhöhe agieren können. Deshalb muss die Macht der Verbraucher gestärkt werden“, meinte die SPD-Politikerin.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist eine tolle Anti-Inflations-Massnahme..

    Diese Regelung wird dazu führen, dass die Banken einfach weit weniger Dispokredite vergeben.

    Statt 10.000€ zu 12% werden die Leute 0€ zu 8% bekommen ... in der Tat, das ist billiger.

  • Zitat 'Dispozinsen sind legitim, und wer die bei seiner Bank nicht akzeptieren mag, soll die Bank wechseln - oder sein Konto nicht überziehen.'

    Ja, so war das in der alten Welt mal...

    Heute läuft das so:

    Nachdem die letzten Gehirnzellen während des Idioten-Fernseh-Konsums abgestorben sind, erliegt man seinem Konsumrausch, strapaziert sein Konto für dicke Felgen, 55-Zoll-TV und die neueste Spielkonsole, vielleicht noch Chips und Kippen, dann ist irgendwann 'Ende im Schacht', Zahlungsfähigkeit am Ende...

    Der gute Freund empfiehlt den Anwalt, Prozesskostenbeihilfe - supi, der Steuerzahler bezahlt's doch - der Verbraucherschutz stellt fest: Ach Gottchen, der arme Konsument, konnte ja nicht ahnen, dass Dispo Geld kostet, sowas von verbraucherfeindlich - gehört verklagt - BGH gibt Recht.

    Bank böse - Trottel an die Sonne.

    Willkommen in Deutschland 2012

  • @likos77:

    zur Commerzbank: gebührenfrei ist das Girokonto nur, wenn pro Monat € 1200,- Zahlungseingänge erfolgen. Der Dispo liegt übrigens bei über 16%...

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