Altersvorsorge
Lebensversicherungen unter der Lupe

Nicht jede Lebensversicherung ist eine gute Geldanlage. Worauf es ankommt und welcher Anbieter seine Kunden am besten bedient.
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Seine Kapitallebensversicherung wäre so ziemlich das letzte gewesen, über das sich Ulrich Weithaus (Name von der Redaktion geändert) in den vergangenen Jahren den Kopf zerbrochen hätte. Er habe ganz andere Sorgen gehabt, sagt der Stahlunternehmer: Wer wird sein mittelständisches Unternehmen weiterführen, wenn er in Rente geht? Kann der Sohn das Lebenswerk übernehmen? Will er es überhaupt? Seit einigen Monaten ist alles in trockenen Tüchern, das sauerländische Unternehmen bleibt in der Familie. Und Weithaus, inzwischen 65, gewöhnt sich mit seiner fünf Jahre jüngeren Frau allmählich an den Ruhestand.

Finanziell bedeutet das: Die Deutsche Rentenversicherung - Nachfolgerin der BfA - überweist ihm monatlich gerade einmal knapp 1 500 Euro. Hätte Weithaus nicht jahrzehntelang fleißig in eine Kapitallebensversicherung eingezahlt, würde es eng werden für das Rentnerpaar. Doch was tun mit den 351 000 Euro, die ihm die Versicherung am 30. Oktober überweisen wird? Weithaus' aufdringlicher Versicherungsvertreter hatte da eine Idee: Warum das Geld nicht in eine Sofortrente investieren, es also jetzt dem Versicherer geben, um es dann häppchenweise und - was der Vertreter nicht erwähnte - mager verzinst zurückzubekommen?

Weithaus kamen Zweifel. Er informierte sich bei einem unabhängigen Berater, zahlte dafür 78 Euro und erfuhr, dass es besser geht: Abzüglich einer Sicherheitsreserve von 50 000 Euro ließe sich Weithaus' Kapital stattdessen in festverzinsliche Wertpapiere und solide Aktientitel anlegen. So könne der Pensionär dank der ausgezahlten Lebensversicherung mit einer Zusatzrente von mehr als 2 000 Euro rechnen.

Trotz ihres angekratzten Images und Schwächen bei Transparenz und je nach Anbieter auch bei der Rendite hat die klassische Kapitallebensversicherung immer noch ihre Berechtigung. Wer ihre Steuervorteile ausschöpfen kann, den Vertrag nicht vorzeitig kündigt oder kündigen muss, sodass er am Laufzeitende die hohe Schlussbeteiligung bekommt - der ist bei ihr nicht schlecht aufgehoben. Die Renditen bei den besten Anbietern sind ordentlich: Ein Mann, der 30 Jahre lang 100 Euro in eine Debeka-Police investierte, darf sich nach den Berechnungen des Branchendienstes "Map-Report" heute über 119 000 Euro freuen. Wer hingegen bei der Gothaer unterschrieb, kommt nur auf knapp 85 000 Euro Ablaufleistung.

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