BGH-Urteil
DVAG haftet für schlechte Beratung

Der Bundesgerichtshof hat die Deutsche Vermögensberatung zu Schadenersatz verurteilt, da einer ihrer Vertreter Kunden übers Ohr gehauen hatte. Wenn ihre Handelsvertreter betrügen, müssen Finanzbetriebe dafür haften.
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FrankfurtFinanzvertriebe müssen nach einem BGH-Urteil für Betrügereien ihrer freien Handelsvertreter haften. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, am Donnerstag in Karlsruhe, dass die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) an einen Kunden zahlen muss, den ihr Vertreter nach eigenem Eingeständnis übers Ohr gehauen hatte.

Der Mann hatte die Anlage des Kunden in einen Aktienfonds des Deutsche Investment-Trust (DIT) einfach aufgelöst, indem er dessen Unterschrift fälschte und den Verkaufswert der Anteile auf sein Privatkonto überweisen ließ. Der Vertreter des größten deutschen Allfinanzvertriebs war wegen dieses und anderer Delikte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. (Az.: III ZR 148/11)

Die meisten Finanzvertriebe wie die DVAG, MLP oder AWD, aber auch Versicherer oder Bausparkassen bedienen sich freier Handelsvertreter. Sie sind nicht fest angestellt, arbeiten aber mehr oder weniger exklusiv für das Unternehmen auf dessen Rechnung und leben vorwiegend von Provisionen.

Der BGH entschied, die DVAG müsse sich das Fehlverhalten des Vermittlers zurechnen lassen, „weil ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen seinem schuldhaften Verhalten und den Aufgaben bestand“, die er für sie übernommen hatte. So habe er die Informationen über die Fondsanlage ebenso im Rahmen seiner Beratungstätigkeit erhalten wie die Formulare zur Auflösung der Fondseinlage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kundenschädigende Umdeckungen durch Strukturvertriebe

    Es gibt viele negative Berichte über die DVAG oder Strukturvertriebe allgemein.
    Der Kunde steht in keinster Weise im Vordergrund, sondern nur der Vermögensberater, der stets versucht, seine ihm zur Verfügung stehenden Policen zu verkaufen. Ob diese für den Kunden geeignet und auch vom Preis bezahlbar sind, lässt sich ganz leicht sagen, wenn jeder einzelne, bevor er einen Versicherungsvertrag bei einem Strukturvertrieb (DVAG,AWD,OVB,MLP) abschließt, diesen mit anderen Anbietern vergleicht, was die allerwenigsten auch machen und sich dann wundern, wenn sie wieder zu wenig in der Portokasse für Lebensmittel übrig haben.

    Es gibt aber ein sehr Ruf schädigendes Wort, was bei den Strukturvertrieben sehr oft angewendet wird, um neue Provisionen und Einheiten zu kassieren. "Umdeckungen" Bei Riester wurde dies z.B. bei den Tarifen 1RG-3RG in den Tarif 4RG sehr sehr oft durchgeführt, was immer mit deutlichen Nachteilen für den Kunden zur Folge hatte.

    Auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wurden sogenannte "Umdeckungen" durchgeführt. Kunden, die bereits eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung haben, sollten sich genau überlegen, ob sie ihre Berufsunfähigkeitsversicherung umdecken, da neue Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen. Wenn diese aber lasch beantwortet werden, riskiert man seinen Versicherungsschutz und der Schaden für den Kunden ist um vieles größer. Für den Schaden will dann garantiert keiner haften.

    Bausparverträge, die dem Kunden durch z.B. die DVAG angeboten werden, sind für den Kunden ein riesen Verlustgeschäft, da die Guthabenverzinsung bei mikrigen 1% liegt, dafür aber bei der Abschlussgebühr 1,6% verlangt wird. Teils werden Bausparer jehnseits der 200.000€ Bausparsumme abgeschlossen, was weit an einer bedarfsgerechten Beratung am Kunden vorbei geht.

    Alles in allem, sollte sich jeder vorher genauestens informieren, bevor er einen Vertrag bei der DVAG unterschreibt.

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