Die Sparquote im Ruhestand wird abnehmen
Demografischer Wandel beeinflusst Kapitalmarkt nicht negativ

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die erforderliche Reform der staatlichen Rentensysteme hin zu mehr privater Vorsorge wird nach Einschätzung von Finanzmarktexperten in den nächsten Jahrzehnten bedeutende Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Allianz AG, München, unter 247 Finanzmarktfachleuten weltweit.

HB MÜNCHEN. Demnach werden die Kürzungen bei der staatlichen Rente die Nachfrage nach Produkten der privaten Altersvorsorge spürbar steigern. Die Nachfrage nach Produkten werde nicht nur breiter, sondern auch risikorientierter, schlussfolgern die Fachleute. Bislang etablierte Vorsorgeformen wie Lebensversicherungen und Bausparpläne werden der Studie zufolge in den kommenden Jahren durch neue Produkte teilweise ersetzt.

Im Portfolio zur Altersvorsorge der Kunden nehmen Investmentfonds und Fondssparpläne an Bedeutung zu. Spürbar steigen werde auch der Anteil von Produkten für die betriebliche Altersvorsorge. Eine herrausragende Rolle bei der Altersvorsorge komme der Immobilie zu. Die Fachleute gehen im Durchschnitt davon aus, dass die Nachfrage nach Immobilien, vor allem zur Eigennutzung, in den nächsten 15 Jahren leicht zunehmen wird. Für das Bausparen rechnen die Fachleute dagegen mit einem anteilmäßigen Rückgang im Altersvorsorgeportfolio, absolut dürfte das Volumen den Prognosen zufolge aber steigen.

Die Sparquote im Ruhestand wird nach Einschätzung von 80 % der Fachleute abnehmen. 58 % der Experten gehen davon aus, dass die Sparquote positiv bleiben wird, die privaten Haushalte im Ruhestand sich also nicht "entsparen" werden. Zwar rechnen die Befragten mit einem negativen Einfluss auf die Aktienkurse. Ein dramatischer Fall der Kurse durch eine Abbnahme der Ersparnisse - das so genannten "Asset Meltdown" - sei aber nicht zu befürchten, heißt es weiter. Zum Höhepunkt der demografischen Krise, voraussichtlich im Jahr 2030, erwarten die Experten "so gut wie keinen negativen Effekt" auf den Anleihemarkt.

Negative Auswirkungen auf die Kapitalmärkte durch das zunehmende Alter der Bevölkerung können nach Einschätzung der Mehrheit der Fachleute durch internationale Diversifikation gemildert werden. Demnach wird für die Länder Mittel- und Osteuropas, Chinas und andere asiatische Staaten, außer Japan, ein steigender Anteil am Altersvorsorgeportfolio erwartet. Dagegen gehen die Fachleute für Westeuropa von einem sinkenden Anteil aus.

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