Éigenheim gegen Unvorhergesehenes sichern
Restschuldversicherung schützt vor Zwangsversteigerung

Das fremdfinanzierte Eigenheim sollte gegen Tod und Berufsunfähigkeit des Hauptverdieners abgesichert sein. Eine Restschuldversicherung bietet Schutz vor Zwangsversteigerungen.

DÜSSELDORF. Die Finanzierung steht. Das Haus steht. Aber beides steht und fällt mit dem ausreichenden monatlichen Einkommen. Stirbt der Hauptverdiener oder wird er erwerbsunfähig, kommt das fremdfinanzierte Eigenheim oft unter den Hammer – wenn man nicht vorgesorgt hat. Deshalb sollte nach einhelliger Expertenansicht die Darlehenssumme zumindest gegen das Todesfallrisiko abgesichert werden. Ein Hypothekendarlehen von 150 000 Euro kann so beispielsweise für weniger als 20 Euro im Monat abgesichert werden. Kreditnehmer sollten zudem prüfen, ob der Versicherungsschutz im Falle der Berufsunfähigkeit genügt.

Eine Restschuldversicherung verhindert, dass die Hinterbliebenen auf einem riesigen Schuldenberg sitzen oder das Haus verkaufen müssen. Dabei handelt es sich um eine Risikolebensversicherung in verschiedenen Spielarten.

Die nahe liegendste Variante: Die Todesfallsumme verringert sich genau entsprechend der Restschuld. Die Versicherung muss anhand des Tilgungsplans individuell kalkulieren. Einige Gesellschaften machen sich diese Mühe aber nicht und bieten diese Variante nicht an. Die nach Tilgungsplan fallende Risikolebensversicherung spiele keine Rolle mehr im Markt, obwohl sie für die Absicherung eines Annuitätendarlehens ideal wäre, sagt Joachim Geiberger, Geschäftsführer des auf Versicherungsvergleiche spezialisierten Unternehmens Morgen & Morgen.

Eine andere Variante der Restschuldversicherung ist die mit linear fallendem Todesfallschutz. Dabei verringert sich die Versicherungssumme jedes Jahr um den gleichen Betrag. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren und einer anfänglichen Auszahlung im Todesfall von 150 000 Euro zum Beispiel schrumpft die Absicherung jedes Jahr um 5000 Euro. Der Vorteil: „Man spart im Schnitt fast ein Drittel an Monatsprämie im Vergleich zur klassischen, gleichbleibenden Risikolebensversicherung“, erklärt Geiberger.

Allerdings hat diese Variante einen Nachteil. Denn bei einer üblichen Anfangstilgung von einem Prozent nimmt der Versicherungsschutz deutlich schneller ab als die Restschuld. Es entsteht eine Lücke: Diese beträgt bei einem Kredit über 150 000 Euro bei gängigen Konditionen nach zehn Jahren etwa 30 000 Euro. Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte eine höhere Ausgangssumme vereinbaren, rät Versicherungsfachmann Wolfgang Scholl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Karl Eberhardt, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater, empfiehlt eine gleichbleibend hohe, also herkömmliche Risikolebensversicherung. Damit sei man auf der sicheren Seite, sollte sich bei der Rückzahlung des Kredits etwas verzögern. Die Versicherungssumme könne dann über eine Teilkündigung schrittweise verringert werden, falls sie nicht mehr in voller Höhe benötigt werde.

Von Policen, die etwa für das letzte Drittel der Laufzeit eine Beitragsbefreiung gewähren, ist Verbraucherschützer Scholl nicht überzeugt. Dadurch würden die Prämien zu Beginn in die Höhe getrieben. Scholl präferiert zudem Angebote mit sofortiger Beitragsverrechnung.

Idealerweise sollte man nach Ansicht von Versicherungsberater Eberhardt auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, mit der die monatlichen Kreditraten notfalls bestritten werden könnten.

Auf jeden Fall lohnt ein Vergleich. Geiberger hat festgestellt: „Vom billigsten bis zum teuersten Anbieter gibt es Beitragsunterschiede von 300 Prozent.“

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