Finanzkrise
Renditen von Lebensversicherungen wackeln

Die Finanzkrise trifft die Lebensversicherungen und ihre Kunden. Für 2008 sind die Zinsen sicher. Aber im nächsten Jahr könnten Verluste die Überschussrenditen drücken.

DÜSSELDORF. Die Finanzkrise trifft die Lebensversicherungen und ihre Kunden. Aktuell verliert zwar noch niemand mit seinen Policen Geld. Doch im nächsten Jahr dürfte die Verzinsung der Verträge sinken. "Wir werden Absenkungen der Überschussbeteiligungen sehen", erwartet Reiner Will. Der Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekurata analysiert jährlich die Überschusspolitik der Branche und hat soeben die von ihr beobachteten Versicherer zur Krise befragt.

Die Überschussbeteiligung ist der variable Teil der Verzinsung einer Lebensversicherung. Ihre Höhe muss bis Jahresende für 2009 verbindlich festgelegt werden. Da Lebensversicherungen ihre Beitragseinnahmen an den Kapitalmärkten anlegen, geht die Finanzkrise natürlich nicht spurlos an ihnen vorbei. Die Gesellschaften können die Gewinnbeteiligung aber immerhin glätten. Dazu legen sie in guten Jahren Reserven an, aus denen sie die Verzinsung in schlechten Jahren aufbessern. Der Spielraum dafür ist jedoch geringer geworden.

Insgesamt managen die Lebensversicherer fast 700 Mrd. Euro. Anders als Banken sind Versicherer zumindest stärker vor bösen Überraschungen geschützt. Denn das Gesetz schreibt vor, dass sie ihre Anlagen breit streuen müssen. Der strenge Anlagekatalog führt dazu, dass rund 80 Prozent der Gelder in festverzinslichen Papieren angelegt sind. Das sind aber nicht alles Staatsanleihen. "Gut die Hälfte der Anleihen sind Schuldverschreibungen von Banken", sagt Will. Der Immobilienbesitz der Branche liegt bei etwa fünf Prozent.

Der besonders problematische Aktienbesitz ist dieses Jahr auf rund zehn Prozent oder 70 Mrd. Euro gesunken. Dabei reicht die Spanne von unter einem Prozent Aktienbestand bei der Debeka Lebensversicherung bis zu rund knapp 15 Prozent, die die Allianz Lebensversicherung in Aktien investiert. Entsprechend unterschiedlich sind die Gesellschaften von der Börsenbaisse betroffen. Entscheidend ist aber auch, wann Aktien gekauft wurden. Der Dax hat zwar seit Januar etwa 30 Prozent eingebüßt. Doch der Januarwert ist nicht unbedingt der Wert, mit dem die Aktien in den Büchern der Versicherer stehen. So versichert etwa die Allianz, dass sie noch über Bewertungsreserven in ihren Aktienbeständen verfügt.

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