Interview mit Sabine Hippler, Fachanwältin für Familienrecht
Scheidung: Policen kündigen ist nicht sinnvoll

Sabine Hippler, Fachanwältin für Familienrecht in Düsseldorf, zum Umgang mit Lebensversicherungspolicen nach der Scheidung.

Frau Hippler, viele Ehepaare finanzieren gemeinsam eine Lebensversicherung. Welche Probleme können nach einer Scheidung auftauchen?

In der Regel läuft die Versicherungspolice auf einen der Expartner. Wenn der die Beitragszahlungen nach der Scheidung allein nicht mehr aufbringen kann, wird die Police häufig gekündigt.

Ist das sinnvoll?

Nein. Bei einer Kündigung streichen die Versicherungsgesellschaften hohe Stornierungsgebühren ein. Deshalb erhält der Policenverkäufer wesentlich weniger, als seine Versicherung zum Zeitpunkt der Kündigung tatsächlich wert ist. Lief der Vertrag noch keine zwölf Jahre, sind außerdem Steuern auf die Kapitalerträge fällig.

Was ist, wenn der Policeninhaber Geld braucht, um dem Expartner einen finanziellen Ausgleich zu zahlen?

Eine Kündigung liegt auch nicht im Interesse des Expartners. Denn dessen Anspruch wird dann auf Basis des Rückkaufsangebots der Versicherung berechnet und nicht anhand des tatsächlichen Werts der Police.

Welche Alternativen gibt es?

Möglicherweise kann der Inhaber mit der Police als Sicherheit ein zinsgünstiges Darlehen bekommen. Unter Umständen ist die Versicherungsgesellschaft auch bereit, die Police aufzuteilen, sodass jeder Expartner einen separaten Vertrag über eine Teilsumme erhält.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 048 vom 18.11.2004 Seite 206

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