KfZ-Versicherung
Fahr vorsichtig – das ist billiger!

Immer mehr Versicherer bieten einen so genannten Telematik-Tarif an: Eine Autoversicherung, die eine vorsichtige Fahrweise belohnt. Axa bringt kommende Woche einen solchen Tarif auf den Markt.

München„Fahr bitte vorsichtig“ – das ist ein Ratschlag, den viele Fahranfänger häufig von ihren Eltern hören. In Zukunft kann sich vorsichtiges Fahren aber auch in barer Münze auszahlen: über einen so genannten Telematik-Tarif. Das ist eine Kfz-Versicherung, die Daten über das Fahrverhalten auswertet und zu einem günstigeren Beitrag führen kann. Immer mehr Versicherer bieten einen solchen Tarif an. Und nach Informationen des Handelsblatts wird auch Axa wird in der kommenden Woche in Deutschland einen solchen Tarif auf den Markt bringen.

Ihr voraus ist die VHV aus Hannover, die als erstes Versicherungsunternehmen in Deutschland mit einem solchen Angebot auf den Markt kam. 2016 wollen auch die beiden Branchegrößen Huk-Coburg und Allianz mit Telematik-Tarifen auf den Markt kommen. Viele andere Versicherer testen eine solche Versicherung.

Der Wettbewerb um den deutschen Autofahrer ist hart, schließlich wechseln viele jedes Jahr ihren Versicherer. Wer da nicht den Kürzeren ziehen will, muss sich etwas einfallen lassen. Von Telematik-Tarifen, für die man sich meist eine kleine Box ins Auto einbauen muss, verspricht sich die Branche viel.

Besonders Italien gilt als Vorreiter für diese Versicherungen: Hier gibt es Telematik-Boxen seit 2003, anfangs vor allem, um gestohlene Autos wiederzufinden. Mittlerweile muss dort jeder Kfz-Versicherer mindestens einen Telematik-Tarif anbieten. Und auch in Deutschland werden diese Tarife zunehmen, meinen Experten: Nach Einschätzung von Roland Berger werden Telematik-Produkte bis zum Jahr 2030 einen Anteil von knapp einem Viertel des Kfz-Versicherungsmarktes erreicht und damit klassische Kfz-Versicherungsprodukte in erheblichem Maße verdrängt haben.

Das neue Angebot von Axa richtet sich an Autofahrer bis 25 Jahre. Sie müssen sich eine spezielle App auf ihr Smartphone herunterladen. Die App „AXA Drive“ wird über das GPS-Signal gesteuert und zeichnet die Bewegung des Fahrzeugs in Bezug auf Beschleunigung, Bremsen und Kurvenverhalten auf.

Nicht bei jeder Fahrt, aber mindestens bei 40 Fahrten im Jahr. Anhand dieser Daten entscheidet die Versicherung dann, ob der Fahrer einen Rabatt von bis zu 15 Prozent bekommt – oder eben nicht. Fährt man zu schnell, schlecht oder rüpelhaft, muss der Versicherungskunde den vollen Tarif bezahlen, einen Aufschlag gibt es nicht.

Dass sich das Angebot vor allem an Fahranfänger richtet, hat mehrere Gründe. Zum einen müssen diese meist deutlich mehr Beiträge zahlen als ältere Fahrer. Zudem dürfte die Bereitschaft, ihre Fahrweise überwachen zu lassen, bei jüngeren Autofahrern größer sein. Nach einer Studie der Creditplus Bank ist aber immerhin jeder vierte Deutsche bereit, seinen Kfz-Versicherer per Telematik-Tarif mit an Bord des Fahrzeuges zu lassen.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin
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