Nachgefragt: Bernd Katzenstein
"Ein Sparplan verlangt hohe Disziplin"

Vier Fragen zum Thema Sparpläne als Altersvorsorge an Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.

Sind Sparpläne eine Alternative zu den klassischen Vorsorgeprodukten wie dem Abschluss einer Lebensversicherung oder dem Kauf einer Immobilie?

Nein. Sparpläne sollten Anleger eher als Ergänzung zu den klassischen Vorsorgeprodukten verstehen. Sie haben den Vorteil, dass sie anders als eine starre Lebensversicherungspolice oder eine Hypothek sehr flexibel sind. Mit Sparplänen sollten Anleger deshalb ihre überschüssige Liquidität für die Altersvorsorge disponieren.

Für welchen Anlegertypus eignen sich Sparpläne?

Das Menschenbild der Sparplananbieter ist positiver als das der Versicherer. Anleger, die sich für einen Sparplan entscheiden, sind in derRegel informierter, rationaler und emanzipierter als Menschen, die nur in eine Lebensversicherung einzahlen. Weil Sparpläne wegen des Cost-Average-Effektes ihre Vorteile vor allem langfristig ausspielen, sollte der Sparer beim systematischen Vermögensaufbau zudem über die nötige Selbstdisziplin verfügen. Zum einen, weil er selbst darauf achten muss, dass er seine monatliche Sparrate im Laufe der Jahre seinen Einkommenssteigerungen anpasst. Und zum anderen, weil er mit zunehmendem Alter den Aktienanteil reduzieren und verstärkt in Rentenprodukte investieren sollte.

Wie hoch sollte der Aktienanteil maximal sein?

Hier gilt die bewährte Faustformel: 100 minus Lebensalter. So sollte ein 65jähriger nur noch 35 Prozent seiner monatlichen Sparrate in Aktien anlegen. Wichtig ist aber auch das Renteneintrittsalter. So sollte der Sparer fünf Jahre bevor er sein erstes Ruhegeld bezieht in sichere Anlegen umschichten, damit er nicht Gefahr läuft, kurz vor Rentenbeginn bei einem Aktiencrash einen Teil seines angesparten Vermögens zu verlieren.

Raten sie dem sparplanwilligen Anleger zur klassischen Fondsanlage oder zu passiven Anlagevehikeln wie Indexzertifikate?

Rechnet der Anleger mit einer positiven Entwicklung des Marktes, sind Zertifikate die preiswertere und damit bessere Anlageform. In schwächeren Marktphasen sollte sich der Anleger eher einem Fondsmanager anvertrauen, der die Anlegergelder diversifizierter verwaltet – auch mit dem Risiko, dass dieser daneben liegt.

Die Fragen stellte Marcus Pfeil.

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