Renditecheck
Sparplan schlägt Lebensversicherung

Sicher und lukrativ wollen viele Deutsche ihr Geld anlegen. Dieses Ziel erfüllt ein Sparprodukt der Deutschen Bank derzeit besser als der Vorsorge-Klassiker der Allianz - zumindest auf Sicht von zwölf Jahren.
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DüsseldorfEin Handelsblatt-Leser fragte neulich: Mit welchem Produkt erhält ein Sparer mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis aktuell eine Verzinsung für sein Kapital, die nur annähernd die genannte durchschnittliche Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer erreicht?

In der Frage klang durch, dass so etwas wohl kaum am Markt zu finden sei. Schließlich erreiche die aktuelle Verzinsung einer zehnjährigen Bundesanleihe noch nicht einmal zwei Prozent, während die Versicherer im Schnitt noch Überschussbeteiligungen von knapp vier Prozent veröffentlichen. 

Dieser Vergleich hinkt jedoch. Die Überschussbeteiligung einer Lebensversicherung klingt besser als sie tatsächlich ist. Dieser Wert ist nicht gleichzusetzen mit einer Rendite auf die gezahlten Prämien, der Beitragsrendite. Solche Zahlen nennen die meisten Lebensversicherer auch gar nicht. Mit Online-Rechnern wie jenem der FMH Finanzberatung aus Frankfurt können sich Sparer jedoch helfen.

Mit diesen Hilfsmitteln ist ein Renditevergleich von Sparplänen und Lebensversicherungen möglich. Der Check einiger im Internet nachvollziehbarer Angebote lieferte dabei ein pikantes Ergebnis: Ein Sparplan der Deutsche Bank schneidet klar besser ab als die Lebensversicherung der Allianz. Mit anderen Worten: Der Bankenprimus schlägt den Wortführer der Versicherungsbranche. 

Und auch generell bieten viele Banksparpläne selbst über ein Jahrzehnt eine bessere Kombination von Sicherheit und Rendite als der Klassiker der Altersvorsorge, die Kapitallebensversicherung. 

Wie kommt solch ein Ergebnis zustande? Angenommen wurde im Vergleich ein Sparzeitraum von zwölf Jahren und eine monatliche Sparrate von 100 Euro. Das ergibt nach zwölf Jahren eine Sparsumme von 14.400 Euro. Der Zeitraum wurde so lang gewählt, weil es kaum sinnvoll ist, eine Lebensversicherung als Altersvorsorge für kürzere Zeiträume neu abzuschließen. 

Zwar gilt die Lebensversicherung generell als ein sicheres Produkt. Doch wer hier sehr vorsichtig ist, muss berücksichtigen, dass die gesamte Rendite grundsätzlich sehr stark von der allgemeinen Entwicklung der Zinsen abhängt. Garantiert wird für neue Verträge ab 2012 nur ein Zins von 1,75 Prozent. Dieser wird jedoch nicht auf den gesamten Beitrag gezahlt, sondern nur auf den Sparanteil. 

Das heißt, verzinst wird nur ein Teil der Prämie, die der Kunde zahlt. Der Grund: Der Versicherer zieht vorher seine Kosten ab, bevor er den Zins draufrechnet. Der Kostenabzug ist mal mehr und mal weniger, je nach Unternehmen. 

Kommentare zu " Renditecheck: Sparplan schlägt Lebensversicherung"

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  • Zum Glück habe ich alle meine Lebensversicherungen vor der Versteuerung der Erträge abgeschlossen, wie auch NICHT bei der Allianz, die die Erträge für die Aktionäre gewährt und nicht für den Sparer ...

  • Dann sollte man als seriöser Mensch auch die Zahlungen für die fallende RV auch von den Beiträgen in den Sparplan abziehen! Nichts anderes makle ich an. Und dann sieht die Betrachtung aber auf einmal ganz anders aus.

  • aus der Kenntnis über die hinlänglich bekannten Schwächen von Kapitallebensversicherungen abzuleiten, dass man diese tunlichst kündigen sollte ("nichts wie raus"), ist ein leider weit verbreiteter Trugschluss. Reich werden dadurch abermals nur die "Finanzberater", die bei der "Umschichtung" aufs Neue Provisionen einschieben können.

    Merke: Hin und her macht Taschen leer.

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