Versicherung
Berufsunfähigkeit: Wenn nichts mehr geht

Eine Police gegen Berufsunfähigkeit ist Pflicht. Trotzdem verzichten Millionen Deutsche auf den Schutz oder haben leistungsschwache Verträge, mit denen sie im Ernstfall leer ausgehen. Was Versicherte beim Abschluss beachten sollten und wie sich die Beiträge halbieren lassen.

DÜSSELDORF. Eigentlich stehen die Deutschen nicht gerade im Ruf, Risiken besonders zu mögen. Sie gelten als Freunde sicherer Verhältnisse, Wagnissen jeder Art abgeneigt. Dieses Vorurteil mag in bestimmten Bereichen gelten, nicht aber beim Versicherungsschutz. Hier spielen die Bundesbürger schon mal va banque, besonders beim wichtigsten Schutz: Der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.

Knapp 35 Millionen Bürger arbeiten in abhängigen Arbeitsverhältnissen. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft haben aber nur rund 17 Millionen Kunden eine Berufsunfähigkeitspolice abgeschlossen. "Dieser Schutz ist aber absolute Pflicht", sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Wer keinen Vertrag hat, riskiert bei Invalidität seine Existenz."

Berufsunfähigkeit (BU) ist ein Massenphänomen. Allein 2007 beantragten knapp 162 000 Erwerbstätige eine staatliche Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Der aktuelle Bestand liegt bei rund 1,5 Millionen. Das Problem: Die staatliche Unterstützung reicht nicht, um den Lebensstandard zu halten. Im Schnitt erhalten Männer 760 Euro pro Monat, Frauen nicht mal 650 Euro.

Wer gesundheitsbedingt seinen Job nicht mehr ausüben kann und eine private Insolvenz vermeiden möchte, sollte privat vorsorgen. Je früher, desto besser. "Idealerweise schließen Angestellte die Police schon zu Beginn der Ausbildung ab", sagt Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten. Dann sind die Beiträge noch günstig. Noch wichtiger: Junge Kunden sind meist gesund und riskieren keine Ablehnung wegen Vorerkrankungen.

Rentenhöhe ausrechnen

Ältere Kunden, die allenfalls ein paar harmlose Zipperlein vorweisen, können noch bis Mitte vierzig mit bezahlbaren Beiträgen rechnen. Vor dem Abschluss müssen sie zunächst taxieren, wie hoch die zu versichernde Rente sein soll. Bei Rentenberatern lässt sich die Höhe der staatlichen Unterstützung ermitteln. Einige Berufsgruppen wie Ärzte, Apotheker oder Anwälte erhalten einen Schutz über Versorgungswerke.

Sind die bestehenden Ansprüche geklärt, gilt es, die eigenen Fixkosten zu berechnen. Die Differenz zwischen bestehenden Ansprüchen und eigenen Ausgaben sollte mit einer Police gedeckt sein.

Danach geht es an die Auswahl des passenden Tarifs. "Bei Berufsunfähigkeit kommt es neben der ausreichenden Höhe der BU-Rente entscheidend auf die Qualität der Bedingungen und der Gesellschaft an", sagt Martin Zsohar, Chef der Produktentwicklung beim unabhängigen Analysehaus Morgen und Morgen (M&M). Im Handelsblatt-Vergleich für eine junge Familie und einen Single tauchen nur Tarife auf, die im M&M-BU-Rating die Höchstwertung von fünf Sternen erreichen.

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